Entscheidung für die Kinder

In der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues wurde darüber gestritten, welche Form die Realschule plus haben soll. Die Vertreter der Schulen haben sich auf einen Kompromiss geeinigt, dem auch der VG-Rat zustimmte.

Bernkastel-Kues. Das Votum war eindeutig und kam nach der Diskussion im Vorfeld auch nicht überraschend: Der Verbandsgemeinderat Bernkastel-Kues hat sich am Montagabend ohne eine Gegenstimme für eine Realschule plus am Standort Bernkastel-Kues stark gemacht.

Zum Schuljahr 2010/2011 sollen die Freiherr-vom-Stein-Realschule und die Hauptschule verschmelzen. Wie berichtet (TV vom 30. März) hatten sich die Vertreter der beiden Schulen über einen längeren Zeitraum nicht einigen können, ob in der Schule in integrativer oder kooperativer Form unterrichtet werden soll.

Nach sanftem Druck durch die Politik und die zuständigen Behörden steht nun ein Kompromiss zu Buche: Die Schüler werden bis einschließlich der siebten Klasse gemeinsam (integrativ) unterrichtet. Ab der Klasse acht wird es dann Bildungsgänge geben, die zu verschiedenen Abschlüssen führen.

Bürgermeister Ulf Hangert, der auf einen Beschluss gedrängt hatte, sprach von einem "guten Kompromiss". Grüne und VBB und SPD hätten es zwar lieber gesehen, wenn die integrative Form für alle Klassenstufen gelten würde, ihre Vertreter betonten aber, dass es wichtig sei, überhaupt eine Einigung gefunden zu haben.

Es sei erfreulich, dass sich die Vertreter der Schulen geeinigt hätten, sagte Eduard Arens (CDU). "Hätte es keine Einigung gegeben, wäre der Bestand der Schulen gefährdet gewesen", sagt er. "Nur so können beide Schulen überleben", pflichtete Hans-Peter Ehses (Freie Liste) bei. Eher grundsätzlich ist die Einschätzung von Alfred Port (FDP): "Die Zukunft wird zeigen, ob die Form gut ist."

Auch die beiden Schulleiter kamen zu Wort. "Die Politik ist etwas anderes als die Pädagogik", sagte Bruno Niederprüm (Realschule) mit Blick auf das Ringen um die beste Schulform. "Jetzt weiß man aber, was man will", stellte er heraus. Niederprüm ist ein Verfechter der kooperativen Form.

"Das längere gemeinsame Lernen eröffnet Chancen", sagte Renate Kirchen (Hauptschule), Verfechterin der integrativen Form. "Nicht wie ich mich fühle oder wie andere sich fühlen, ist wichtig, sondern wie die Kinder sich fühlen", hob sie hervor.