Entscheidung im Herbst

MANDERSCHEID. Spätestens im Oktober wird der Kreisausschuss entscheiden, ob die Badsanierung in Manderscheid oder in Kröv Priorität hat. In Manderscheid ist man optimistisch. In Kröv auch.

Kröv oder Manderscheid? Welches der beiden Freibäder schafft es auf Platz eins der vom Land geforderten Sanierungsliste für Freibäder im Kreis und bekommt dementsprechend zuerst Geld? Natürlich hofft man in Manderscheid, das Rennen zu machen. Günter Weins, Leiter der Bauabteilung der Verbandsgemeinde, sagt: "Wegen der Dringlichkeit gehe ich davon aus, dass Manderscheid zuerst dran kommt. Wir sind das einzige Freibad zwischen Wittlich und Daun, und wir sind ein heilklimatischer und Kneipp-Kurort. Da gehört ein Schwimmbad einfach dazu."Technik ist komplett veraltet

Otto-Maria Bastgen, VG-Bürgermeister von Kröv-Bausendorf, hält dagegen: "Für uns ist das Bad lebensnotwendig, wir haben keine Maare." In Manderscheid sei es nur dem Schwimmmeister Helmut Lescher, der sich als Mädchen für alles auch um die Technik kümmere zu verdanken, dass das Schwimmbad noch betrieben werden könne, so Weins. Die Technik sei nach 40 Jahren komplett veraltet. Laut Sanierungskonzept muss zudem der Umkleidetrakt renoviert werden, weil die Wände feucht sind. Immer wieder gibt es Wasserverluste. Das Problem ist alt bekannt. Bereits '88 hat die Verbandsgemeinde, die das Bad '75 von der Stadt übernahm, das Land um Unterstützung bei der Sanierung gebeten - vergeblich. Wie immer hakt es heute wie damals am Geld. Die Mittel für die Sanierung von Freibädern seien knapp, der Kreis solle eine Prioritätenliste aufstellen, hieß es zuletzt vom Land. Mit dieser Aufgabe sah sich der Kreisausschuss im Dezember 2003 überfordert. Denn beide Bäder, das Kröver wie das Manderscheider, sind absolut renovierungsbedürftig, bei beiden befürchten die Betreiber, das Bad schließen zu müssen, wenn nichts passiert. Beide haben ein großes Einzugsgebiet. Für beide Verbandsgemeinden ist das Bad in puncto Tourismus wichtig. Der Kreisausschuss bat die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) um Hilfe und die Gemeinden um ein Sanierungskonzept sowie ein betriebswirtschaftliches Konzept. Die Konzepte liegen vor, doch die ADD hat die Aufgabe zurückverwiesen an den Kreisausschuss. Der wird sich im September oder Oktober mit dem Thema befassen. In Manderscheid geht es um Kosten in Höhe von 2,78 Millionen Euro, in Kröv um 1,19 Millionen Euro. Beide Gemeinden rechnen mit zehn Prozent Kreiszuschuss. Die VG Manderscheid kalkuliert neben Stadtzuschüssen mit 60 Prozent Landesmitteln, Kröv-Bausendorf mit 70 Prozent.