Entscheidung zum Kindergarten Berglicht vertagt
Breit/Schönberg/Berglicht · Zwei von fünf Mitgliedern des Zweckverbands Kindertagesstätte Berglicht haben über den für 1,4 Millionen Euro geplanten Umbau des Hauses beraten. Berglicht und Schönberg sind dafür, Breit hat die Entscheidung nach längerer Debatte vertagt. In Neunkirchen gibt es große Bedenken wegen der Finanzierung.
Breit/Schönberg/Berglicht. In einem sind sich die Mitglieder des Zweckverbands Kindertagesstätte Berglicht einig: Im Kindergarten muss etwas passieren. Der Sanierungsstau ist selbst für Laien unverkennbar, und der ab 2013 geltende Rechtsanspruch Einjähriger auf einen Kindergartenplatz erfordert Umbauten.
Die geplante Investition in Höhe von 1,4 Millionen Euro (siehe Extra) beurteilen die fünf Gemeinden jedoch unterschiedlich. Wie berichtet, sprach sich der Gemeinderat Berglicht als erster dafür aus. Nun hat Schönberg einstimmig Ja gesagt.
Laut Ortsbürgermeister Harald Prümm hat sich dieses Ergebnis von vorneherein abgezeichnet. Anders als in Breit. Dort haben die Ratsmitglieder unterschiedliche Positionen vertreten. Die Breiter haben die endgültige Entscheidung deshalb um etwa sechs Wochen bis zur nächsten Sitzung vertagt. Ratsmitglied Winfried Welter plädiert für die Investition: "Wir müssen uns dieser Verantwortung stellen."
Das Raumprogramm des Entwurfs sei nicht zu üppig bemessen, sondern "hundertprozentig angepasst an den Bedarf". Die Größe der einzelnen Räume sei sogar eher unterbemessen.
Wichtig ist ihm aber, dass trotz der erforderlichen Verschuldung auch andere Vorhaben im Ort realisiert werden können, wie etwa ein Neubaugebiet. Breits Ortsbürgermeister Günter Klassen ist gegen das Projekt in dieser Form. Natürlich seien Investitionen zum Wohl der Kinder wichtig. Doch immerhin müsse der Ort mit seinen rund 270 Einwohnern 118 400 Euro schultern. "Die Enkel müssen das noch bezahlen", so Klassen. Auch in Neunkirchen gibt es Bedenken beim Kindergartenausbau. In der jüngsten Ratssitzung wurde sogar über einen Ausstieg aus dem Zweckverband diskutiert.
Das ist laut Ortsbürgermeister Richard Pestemer aber derzeit vom Tisch. In einer aktuellen Stellungnahme bestätigt Pestemer die Notwendigkeit zu Umbau und Erweiterung der Kindertagesstätte.
Er setzt aber Hoffnung auf einen Brief, den der Zweckverbandsvorsitzende Hand-Dieter Dellwo an die zuständige Landesministerin Irene Alt geschickt hat. Darin wird das Aufzeigen eines zusätzlichen Finanzierungsweges angemahnt.
Günter Klassen macht sich auch Sorgen über die laut Zweckverbandordnung ausreichende Mehrheitsentscheidung. Selbst wenn nur drei der fünf Gemeinden für die Investition stimmten, werde das durchgezogen.
Verbandsvorsteher Hans-Dieter Dellwo sicherte für diesen Fall aber eine Prüfung zu. Allerdings hoffe er "im Interesse der Dörfer und der Kinder" auf die Zustimmung aller Gemeinden.
Der Zweckverband Kindertagesstätte Berglicht will den Kindergarten seit Jahren sanieren und mit Blick auf 2013 für Einjährige umbauen. Die Mitgliedsgemeinden sind grundsätzlich dafür, konnten sich aber bisher auf keinen der mit 750 000 Euro und 1,5 Millionen Euro kalkulierten Entwürfe einigen. Der aktuelle Erweiterungsplan ist mit 1,4 Millionen Euro kalkuliert - davon entfallen etwa 300 000 Euro auf die Sanierung. Nicht enthalten sind 130 000 Euro für den Abriss des benachbarten Lehrerwohnhauses. Diesen Posten will Berglicht als Standortgemeinde alleine schultern. Die Investitionssumme von 1,4 Millionen - abzüglich der Zuschüsse von 184 000 Euro (Kreis) und 32 000 Euro (Land) verteilen sich wie folgt auf die fünf Gemeinden: Berglicht wäre mit 799 200 Euro (67,5 Prozent) im Boot, Breit mit 118 400 Euro (10 Prozent), Schönberg mit 99 450 Euro (8,4 Prozent), Neunkirchen mit 88 800 Euro (7,5 Prozent) und Büdlich mit 78 140 Euro (6,6 Prozent). Als beschlossen gilt das Vorhaben, wenn drei der fünf Gemeinden zugestimmt haben. urs