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Entweder Mosel oder Eifel: VG Wittlich richtet Tourismuswerbung neu aus

Entweder Mosel oder Eifel: VG Wittlich richtet Tourismuswerbung neu aus

Mehr Maare oder mehr Wein? Derzeit liegen mehrere Konzepte liegen auf dem Tisch der Verwaltung.

Die Verbandsgemeinde Wittlich-Land hat touristisch einiges zu bieten: Im Süden die Mosellandschaft mit Weinbergen und im Norden, nachdem die ehemalige VG Manderscheid hinzugekommen ist, einzigartige geologische Landschaftsformen. Wie will die Verbandsgemeinde touristisch beides unter einen Hut bringen? Mehrere Konzepte liegen vor, über die der Ausschuss für Tourismus und Umwelt der VG Wittlich-Land am Dienstagabend diskutiert hat.

Eine Entscheidung soll in der zweiten Jahreshälfte fallen, bis dahin können sich die politisch Verantwortlichen Gedanken machen. Wie sieht es aktuell aus? Die VG finanziert mit insgesamt knapp 400.000 Euro gleich mehrere touristische Organisationen - unter anderem die Gesundland Vulkaneifel GmbH mit 267?000 Euro und den Verein Moseleifel Touristik mit 20.500 Euro. Letzterer ist ein Verein, in dem die Stadt Wittlich und die VG Wittlich-Land Mitglied sind. Die Gesundland Vulkaneifel, die eine Servicestelle mit drei Mitarbeitern in Manderscheid hat, ist eine Gesellschaft, an der die VG Wittlich-Land zu 25 Prozent, die VG Daun zu 50 Prozent, die VG Ulmen zu 15 Prozent und die Gemeinde Bad Bertrich zu zehn Prozent beteiligt sind. Die VG könnte frühestens am 1. Januar 2019 diese Gesellschaft wieder verlassen. Die VG Wittlich-Land steckt zusätzlich 25.600 Euro in die Eifel Tourismus GmbH, die ihren Sitz in Prüm und Bad Münstereifel hat, 9000 Euro in die Mosellandtouristik, 12.830 Euro in die Natur- und Geopark GmbH (Daun), 11.300 Euro in den VulkanBike Trailpark (Gerolstein) und 40.000 Euro in das Maarmuseum in Manderscheid.

Bürgermeister Dennis Junk sagt: "Wie wollen über diese Konstrukte diskutieren und sie neu bewerten." Ein Problem: Die Mosel-Weinbaugemeinden, vor allem Osann-Monzel, fühlen sich nicht ausreichend repräsentiert und vermarktet. Die südlichen Gemeinden der ehemaligen VG Manderscheid sehen wiederum ihre Tourismusausgaben nicht gerecht verteilt und lehnen eine Mitgliedschaft in der Gesundland Vulkaneifel GmbH ab. Gleichzeitig gibt es eine Vielzahl von Gemeinden, die über Umlagen hohe Beiträge zahlen, ohne einen entsprechenden Nutzen zu haben. Die Gemeinde Niederscheidweiler hat bereits beschlossen, diese Organisationsform zu verlassen, andere haben der VG-Verwaltung bereits signalisiert, ebenfalls auszusteigen. Drei Konzepte liegen auf dem Tisch: Die Gesundland Vulkaneifel GmbH will das Marketing für alle Eifelgemeinden in der VG Wittlich-Land und der Stadt Wittlich übernehmen.

Geschäftsführerin Katharina Bersch: "Mosel und Eifel gleichzeitig zu vemarkten, macht keinen Sinn." Karsten Mathar, Geschäftsführer des Moseleifel-Touristik, will für die gesamte VG ein Tourismus-Service-Center etablieren mit je einem Stützpunkt in Wittlich und Manderscheid. Mathar: "Diese Region könnte man als Raderlebnisregion zwischen Mosel und Eifel positionieren." Die Verwaltung hat ein eigenes Konzept vorgelegt. Die stark touristisch geprägten Gemeinden im Norden sollten in der Gesundland Vulkaneifel GmbH bleiben. Das wären aber deutlich weniger als bisher, nämlich Bettenfeld, Eckfeld, Eisenschmitt, Großlittgen, Laufeld, Manderscheid, Meerfeld und Pantenburg. Die touristisch geprägten Moselgemeinden Osann-Monzel und Platten sollen von der Wein- und Ferienregion Bernkastel-Kues GmbH betreut und vermarktet werden. Alle anderen Orte, 35 an der Zahl, würden dem Verein Moseleifel-Touristik zugeordnet.

Bürgermeister Junk plädiert ferner dafür, dass die Verbandsgemeinde für die Ortsgemeinden die Aufgaben der Fremdenverkehrsförderung übernimmt, sofern sie von überörtlicher Bedeutung sind. Dazu gehören zum Beispiel die Planung touristischer Konzepte, Außen- und Innenmarketing oder Angebotsgestaltung. Die Servicestellen in Manderscheid und Wittlich sollten bleiben. Die Verbandsgemeinde könnte dann auch einen einheitlichen Gästebeitrag erheben. Diese Einnahmequelle würde aber nicht reichen, um die Tourismusaufwendungen zu decken. Daher sollte der Rest über die VG-Umlage, allerdings gedeckelt auf maximal einen Prozentpunkt, kassiert werden.