Erbeskopf-Realschule-plus in Thalfang: Sanierung von Betonteilen kostet weitere Viertelmillion Euro

Erbeskopf-Realschule-plus in Thalfang: Sanierung von Betonteilen kostet weitere Viertelmillion Euro

An der Thalfanger Erbeskopf-Realschule-plus wird derzeit die Außenfassade von giftigen Stoffen befreit, im Inneren liegen die Konzentrationen bereits unter den Grenzwerten. Doch sind bei der umfassenden Sanierung inzwischen weitere Arbeiten notwendig geworden, so dass sich der geplante Bezugstermin wohl um einige Monate verzögern wird.

Thalfang. Die Sanierung der Thalfanger Erbeskopf-Realschule-plus läuft auf Hochtouren. Der Gemeinderat der Verbandsgemeinde Thalfang hat in seiner jüngsten Sitzung der Vergabe für die Elektroarbeiten, dem Flachdach, von Betonschneidearbeiten, für den Rohbau und für das Wärmedämmungsverbundsystem zugestimmt.Höhere Kosten als veranschlagt


Für diese fünf Gewerke betragen die Kosten insgesamt 2 463 262 Euro. Das sind 112 128 Euro mehr als ursprünglich veranschlagt. Als kostentreibend haben sich dabei die Rohbauarbeiten erwiesen: Sie sind 211 502 Euro teurer als kalkuliert.

Fachbereichsleiter Udo Keuper aus dem Thalfanger Rathaus erklärt, dass die Marktlage für solche Projekte gesättigt sei. Sprich: Es gibt kaum Firmen, die Projekte dieser Art umsetzen wollen. "Anscheinend ist die Schule für diese Unternehmen derzeit nicht attraktiv", sagt er. Es habe für dieses Gewerk nur wenige Bieter gegeben.
Für die Sanierung der Schule sind damit bisher Arbeiten in Höhe von 5,7 Millionen Euro vergeben worden. Das sind 58 Prozent des vorgesehenen Bauvolumens. Projektleiter Gerhard Dallendörfer hat dem Gremium den Fortgang der Arbeiten geschildert. So sei die Sanierung von Giftstoffen wie etwa PCB innerhalb des Gebäudes abgeschlossen und die Räume praktisch schadstofffrei.

"Die Grenzwerte werden weit unterschritten", sagt er. Bei Messungen seien Werte von deutlich unter 100 Nanogramm (ein Nanogramm ist ein Milliardstel Gramm) ermittelt worden. Der Grenzwert betrage 300 Nanogramm, ab 3000 Nanogramm werde saniert. Derzeit laufen die Sanierungsarbeiten an den schadstoffbelasteten Dehnungsfugen an der Außenfassade des Schulgebäudes.
Doch hatte Dallendörfer nicht nur Erfreuliches zu berichten. So seien die Planer davon ausgegangen, dass für die Leitungen von Wasser, Elektro und Heizung Bodenkanäle vorhanden seien. Doch habe sich herausgestellt, dass dafür nur Ansätze existierten.

"Jetzt müssen wir neue Leitungsführungen finden", sagt er. Die Leitungen könnten unter den Decken des Gebäudes oder durch den überdachten Außenbereich unter der Erde geführt werden. Ob Mehrkosten entstehen, stehe noch nicht fest, sei aber zu befürchten, sagt er.
Sicher sind allerdings zusätzliche Kosten in Höhe von rund 250 000 Euro für eine notwendige Sanierung der Betonrippen in der Stahlbetondecke des Gebäudes.Bezug in den Sommerferien 2018


Dallendörfer sagt, der Bezugstermin des Gebäudes, der bisher für die Osterferien 2018 vorgesehen war, sei nicht mehr zu halten. Angepeilt werden jetzt die darauf folgenden Sommerferien. Dieser Tagesordnungspunkt der VG-Ratssitzung ist ohne größere Diskussion der Mandatsträger abgearbeitet worden.
Ratsmitglied Richard Pestemer hat nach den Kosten für die Schadstoffsanierung gefragt. Keuper hat diese mit 380 000 Euro angegeben.

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