Erbeskopfturm rollt durch Freiburg

Erbeskopfturm rollt durch Freiburg

Beim 110. Deutschen Wandertag vom 6. bis 8. August werden 40 000 Teilnehmer in der Schwarzwaldstadt Freiburg erwartet. Zum 22. Mal ist die Ortsgruppe Deuselbach des Hunsrückvereins an diesem Großereignis beteiligt. Auch diesmal wird im Festumzug das Modell des Erbeskopfturmes gezeigt.

Thalfang/Deuselbach. (doth) Wenn am Sonntag, 8. August, in Freiburg der 110. Deutsche Wandertag stattfindet, dann sind rund 30 Deuselbacher mit dabei. Sie vertreten im Alleingang den gesamten Hunsrückverein mit seinen rund 2300 Mitgliedern. Mitführen werden sie ein hölzernes Modell des Erbeskopfturms, das auf einem kleinen Wagen ab 14 Uhr im Festumzug durch die historische Altstadt von Freiburg gerollt wird.

Mit im Gepäck haben die Deuselbacher auch 100 Flaschen leckeren Moselwein. "Die edlen Tropfen werden wir an die Zuschauer ausschenken, damit der Hunsrück in bester Erinnerung bleibt", erklärt Vorsitzender Dieter Britz. Zum 22. Mal macht seine Ortsgruppe mit. Vom 6. bis 8. August wollen sie bei dem Großereignis der Deutschen Wanderbewegung, zu dem rund 40 000 Besucher erwartet werden, als Delegierte des Hunsrücks beim Festakt, der Verbandswanderung, der Schlusskundgebung auf dem Feldberg und dem großen Festumzug durch Freiburgs Innenstadt dabei sein, der in den dritten Fernsehprogrammen live übertragen wird. Die Hunsrücker und ihr Turm sind die Nummer 30 von insgesamt 86 Gruppen aus dem In- und Ausland.

Das große Vorbild des Turmes auf den Erbeskopf, der 1901 erbaut und 1961 aus militärischen Gründen abgerissen wurde, war von Kaiser Wilhelm zur Nachrichtenübermittlung in Auftrag gegeben worden. "So entstand auch der Beiname Kaiser-Wilhelm- Turm", weiß der ehemalige Vorsitzende Peter Kratz. Vor allem die ältere Bevölkerung trauere dem Turm bis heute nach.

An seine Stelle soll künftig die Skulptur "Windklang" treten, die 820 000 Euro kostet und vom Land mit 554 000 Euro gefördert wird.

Der Wagen mit dem Turmmodell wurde in den Jahren 1987 und 1988 vom Huf- und Wagenschmiedemeister Otto Kling (1919-1997) gemeinsam mit dem Schreinermeister Horst Hey (1940-2005) in dessen elterlichem Betrieb in Thalfang gebaut und geschnitzt. Das 32 Meter hohe Vorbild wurde auf einen Maßstab von 1:12 verkleinert und bis ins Detail originalgetreu nachgebildet.

Extra Der Hunsrückverein ist Mitglied im Verband Deutscher Gebirgs- und Wandervereine. Er unterhält zahlreiche Wanderwege und Wanderheime. Er wurde 1890 als "Verein für Mosel, Hochwald und Hunsrück" in Morbach gegründet. Die Ortsgruppe Deuselbach, gegründet am 14. Mai 1957, ist mit 150 Mitgliedern eine von 40 mit insgesamt 2300 im Hunsrückverein organisierten Wanderfreunden. Vereinsziel ist nicht nur die Pflege des Wanderns, sondern auch die Bewahrung der Heimatgeschichte.