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Erdener ziehen wieder in ihre Kirche ein

ERDEN. (red) Vier Monate war die Erdener Kirche für die Gläubigen geschlossen, denn auf Grund eines Schwelbrandes und der dadurch entstandenen starken Rauchentwicklung war die gesamte "Inneneinrichtung" verrußt.

Die heiligen Messen wurden seither in der Lösnicher Kirche abgehalten. Die Laudes, der Rosenkranz und Andachten wurden aber im alten Erdener Pfarrhaus gefeiert. In den vier Monaten wurde unter anderem das Innere der Kirche neu gestrichen, die Orgel musste von Grund auf gereinigt werden und auch der Altar bzw. die Seitenaltäre werden Anfang Januar gereinigt. Jetzt wurde die Orgel von Reinhold Schneck, Organist von St. Markus in Wittlich, abgenommen. Sie war in wochenlanger Arbeit von der Orgelbaufirma Mayer aus Heusweiler und dem Orgelbauer Paul Koen aus Rachtig gesäubert und wieder zum "Klingen" gebracht worden. In mühevoller Reinigungsarbeit wurden die 997 Pfeifen entstaubt. Nach der Handwerkertradition der Orgelbauer gefragt, erzählte Paul Koen, dass es bei seiner Zunft üblich ist, bei Fertigstellung einer neuen Orgel sich die größte Pfeife herauszusuchen und diese mit Wein zu füllen. Die größte Erdener Orgelpfeife fasst 28 Liter. Diese Pfeife zu füllen wäre im Weindorf Erden natürlich kein Problem. Da in Erden aber eine alte Orgel wieder zu neuem Leben erweckt wurde, wurde umdisponiert. Die Orgelbaufirma Mayer stellte der Pfarrgemeinde nämlich eine nachgestellte und präparierte "Weinpfeife" zur Verfügung. Diese fasst etwa drei Liter und wurde am Samstag nach der heiligen Messe, nach einem kleinen Umtrunk mit Erdener Wein gefüllt. Pfarrer Stephan Feldhausen begrüßte am Samstag zum letzten Mal seine "Pfarrschäfchen" im alten Pfarrhaus und freute sich, jetzt wieder in die große, neu renovierte Kirche einziehen zu können, da es im Pfarrhaus doch sehr eng war. So zog Pfarrer Feldhausen mit dem Allerheiligsten in einer Prozession zur Kirche, wo nach vier Monaten endlich wieder heilige Messe im festlichen Rahmen gefeiert werden konnte. Zum Abschluss bat Feldhausen, "das in der 2. Erdener Chronik ein Artikel über diese Wiedereröffnung erscheinen möge".