Daten- und Softwarezentrum: Erdwall in Traben-Trarbach soll vor neugierigen Blicken schützen

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Was genau geschieht mit dem ehemaligen Amt für Geoinformationswesen in Traben-Trarbach? Der Investor aus den Niederlanden, will dort ein Daten- und Softwarezentrum errichten. Details sind nicht bekannt - nur so viel: vor der hochsicheren Anlage soll ein meterhoher Schutzwall angelegt werden.

Herzstück der 13 Hektar großen ehemaligen Bundeswehr-Immobilie auf dem Mont Royal ist ein mehrstöckiger Bunker unter der Erde mit einer Nutzfläche von 5500 Quadratmetern - ein idealer Standort für hochsensible Daten aus allen Bereichen von Wirtschaft und Technik. Dort will der Investor aus den Niederlanden, der die Immobilie über eine Stiftung Mitte des Jahres von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben gekauft hat, ein Software-Datenzentrum einrichten.

Inzwischen liegt ein Grobkonzept für einen Bebauungsplan vor, den der Investor kürzlich dem Stadtrat Traben-Trarbach vorgelegt hat. Den Aufstellungsbeschluss hat der Stadtrat bereits am 19. August einstimmig beschlossen. Das ehemalige Sondergebiet soll demnach als Gewerbegebiet ausgewiesen werden. Der NIederländer plant, das Datenzentrum mittels einer Zwei-Megawatt-Photovoltaikanlage autark mit Energie zu versorgen. Flächen für eine solche Anlage sind auf dem 13-Hektar-Grundstück genügend vorhanden. Außerdem soll entlang der Zufahrtsstraße Über den Weinbergen ein zwei Meter hoher und sechs Meter breiter Erd-Schutzwall aufgeschüttet werden. Was genau hinter dem Hügel und dem Sicherheitszaun passiert, kann dann niemand sehen. Vor den Bunker will der Investor eine Rampe und eine Zufahrt bauen, damit LKW anliefern können.

Ansonsten will er den gesamten Gebäudebestand der ehemaligen Militäranlage unverändert belassen. Das sind zwei Bürogebäude mit einer Gesamtnutzfläche von 4300 Quadratmetern und ein Pförtnerhäuschen. Das gesamte Areal ist durch eine Toranlage sowie einen Maschendrahtzaun gesichert.
Welche genauen Dienstleistungen das Daten- und Softwarezentrum anbieten wird, will der Niederländer öffentlich noch nicht preisgeben. Nach TV-Informationen ist neben einem Datenzentrum auch die Rede von einer Internet-Bank.
Der Stadtrat wird sich voraussichtlich auf seiner Sitzung am 21. Oktober erneut mit dem Konversionsgelände befassen. Dann soll ein Bebauungsplanentwurf vorliegen - auch mit Details zur Nutzung des Bunkers.
Im Internet ist zu lesen, dass der Investor einst Eigentümer des niederländischen Unternehmens CyberBunker war. CyberBunker ist Anbieter von Speicherplatz im Internet, ein sogenannter Webhoster.
Die Firma CyberBunker, untergebracht in einem 1955 erbauten ehemaligen militärischen Kommandobunker der Nato, schützt nach eigenen Angaben ihre Server und somit die Kundendaten vor Einbrechern, Wirbelstürmen, Erdbeben, Flugzeugabstürzen, Atombomben, Mitbewerbern und Regierungen.

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