Erinnerung an ein Dorf

Das Inkarter Kapellchen, das in den letzten Jahren sehr vernachlässigt wurde und durch den Bau der Umgehungsstraße gelitten hat, wird renoviert.

Wehlen. (red) Dachdeckermeister Thomas Burkard und seine Mitarbeiter Markus Prem und Waldemar Ohli haben das Dach der Kapelle kostenlos erneuert. Im Rahmen des Straßenbaues sollen auch der Verputz und der Anstrich erneuert werden. Die Kosten für die Renovierung des Altarsteines will die Stadt Bernkastel-Kues übernehmen. Die Damen des Wehlener Schuljahrganges 1947/48 haben sich bereiterklärt, für die spätere Pflege und den Blumenschmuck zu sorgen.Das historische Gebäude wurde "1661 aufgeriecht durch Emrich Caspari Bürger alhie zu Wellen". Zusammen mit dem gegenüberliegenden "St. Marienbrunnen" erinnert es an das im Jahre 1627 durch den Schwarzen Tod gänzlich vernichtete Dorf Inkart. Die Einwohner von Inkart (auf alten Karten auch als Enkert oder Einkart bezeichnet) fielen fast alle der großen Pestwelle des Dreißigjährigen Krieges zum Opfer. Die 14 Überlebenden zogen nach Wehlen, der Ort Inkart zerfiel.Josefine Grach (Pseudonym: Cornelia von Machern) schrieb ein Gedicht über Inkart, dessen erste Strophe auf einer Gedenktafel am Kapellchen angebracht werden soll. Sie lautet:Still! Geh hier nicht so laut vor-über,wo die Natur selbst trauert, träumt,hier stand ein Dorf vor alten Zeiten,das hat der Schwarze Tod geräumt.