Erlebte Regionalität statt Zeigefinger

Erlebte Regionalität statt Zeigefinger

Einen Tag nach dem zweiten Regionalmarkt mit verkaufsoffenem Sonntag ziehen Veranstalter und Gewerbeverein eine derart zufriedene Bilanz, dass der dritte Markt bereits in Planung ist.

Bernkastel-Kues. (urs) Durchweg positiv fällt in Bernkastel-Kues die Bilanz des zweiten Regionalmarktes in Verbindung mit einem verkaufsoffenen Sonntag aus. Die Kombination mit dem Markt sei sehr gut, hält Werbekreis-Vorsitzender Wolfgang Pastor mit seiner Begeisterung nicht hinter dem Berg. "Die Stadt war brechend voll, und gekauft wurde auch", freut sich der Gewerbevereinschef. Wer befürchtet hatte, dass es Besucher vielleicht mehr zum Markt und weniger in die Geschäfte ziehen könnte, wurde zudem angenehm überrascht. "Die Leute, die drüben waren, kamen auch in die Stadt rüber", spricht Pastor von einem "Super-Sonntag". Dem Veranstalter des Regionalmarktes, dem Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Mosel, gebühre daher großer Dank für die tolle Organisation.Aber auch das DLR ist mit dem Verlauf des Marktes rund um den Kueser Bahnhof mehr als zufrieden. Moderator Klaus Reitz ist noch tags darauf beeindruckt. "Das war genial", bilanziert der DLR-Mitarbeiter das "Erlebnis für uns alle". Insgesamt hätten sicher an die 2000 Menschen beim Regionalmarkt vorbeigeschaut. Ein absoluter Höhepunkt sei die Premiere einer Koch-Show gewesen. Bei dieser verrieten Köche der Initiative "Regional - erste Wahl" Kniffe und Tricks. Dank über der Bühne montierter Spiegel konnte das Publikum zudem Wolfgang Rieger, Markus Reis, Jörg Steffen und Ralf Schmitt in die Töpfe gucken. Zu braune Butter bringt Köche nicht aus der Ruhe

Was sehr aufschlussreich war. Denn die Spitzenköche der Region bereiteten von den handgemachten Nudeln bis zum Filetieren von Fisch alles frisch zu. Reitz und Co-Moderatorin Christina Klaß begleiteten die Vorführung mit Informationen und Interviews. Auf diese Weise sei es gelungen, "regionale Produkte und regionale Identität mit Personen und Gesichtern zu verbinden". Alles sei sehr locker verlaufen und entsprechend gut angekommen, erzählt Reitz. Selbst als beim Plaudern die Butter schon einmal ein wenig zu braun wurde, habe das niemanden aus der Ruhe bringen können. Bei der Show sei eine Art Brücke gebaut worden zwischen der Kunst des Kochens und dem Erlebnis. Genau das sei auch das Ziel gewesen. Nämlich, "dass Regionalität erlebbar wird", statt quasi mit dem Zeigefinger zu fordern, regionale Produkte zu testen. Die Stimmung während der rund zweistündigen Show, die das Publikum bis zum Schluss interessiert verfolgt habe, sei unglaublich positiv gewesen. Bei der anschließenden Verkostung seien mehr als 100 Appetithäppchen ausgegeben worden.Zufrieden seien aber auch die Standbetreiber - darunter auch rund ein Dutzend Initiativen wie die Landfrauen. In diesem Jahr seien sie mit weit mehr als 40 Ständen präsent gewesen seien, während es im Vorjahr noch etwas unter 40 gewesen seien. Einige hätten sich bereits für den dritten Regionalmarkt angemeldet, der voraussichtlich am 5. Oktober 2008 stattfinden werde.

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