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Erneut Schadstoffe in der Realschule plus festgestellt

Erneut Schadstoffe in der Realschule plus festgestellt

Zwei Unterrichtsräume der Thalfanger Erbeskopf-Realschule plus werden erneut auf Verunreinigung durch PCB kontrolliert. Eine erste Messung hatte erhöhte Werte ergeben. Anfang nächster Woche sollen die neuen Ergebnisse vorliegen.

Thalfang. (cst) Mit 6400 Nanogramm PCB ist ein Klassenraum der Thalfanger Erbeskopf-Realschule plus belastet. 2415 Nanogramm wurden im Computerraum festgestellt. In einem weiteren Raum ergab eine Messung eine Belastung von 765 Nanogramm. Messungen in den übrigen Räumen der Schule ergaben eine geringe Belastung in 27 Räumen. Diese liegt unterhalb des Vorsorgewertes von 300 Nanogramm. Zwölf Räume sind nicht PCB-belastet. Die Untersuchungen stehen im Zusammenhang mit der geplanten Generalsanierung der Realschule plus.

Gestern hat Klaus Remers, Gutachter der Karlsruher Firma PL2 Pluralis, das belastete Klassenzimmer und den Computerraum nochmals auf PCB-Vorkommen untersucht. Der dritte schadstoffbelastete Raum wurde nicht erneut kontrolliert. Laut Udo Keuper, Fachbereichsleiter der Gemeinde Thalfang für das Ressort natürliche Lebensgrundlagen und Bauen, erhoffe man sich durch die Messungen in den beiden am stärksten belasteten Räumen Rückschlüsse auf die Ursachen der Belastung. Die Werte der Kontrollmessung in den beiden Räumen sollen Anfang der kommenden Woche vorliegen.

Durch einen Ausreißer bei einer einmaligen Messung seien keine Rückschlüsse auf die tatsächliche Belastung möglich, erklärt Remers. Deshalb wurden das Klassenzimmer und der Computerraum nochmals unter den gleichen Bedingungen kontrolliert, um Unwägbarkeiten bei der ersten Messung auszuschließen. Sollten die neu ermittelten Messergebnisse die ersten Werte bestätigen, müsse man sich auf die Suche nach den Ursachen der hohen Schadstoffwerte begeben.

Für die restliche Schule gilt laut Remers, dass erst die dreimalige Messung der Klassenräume in Winter, Frühjahr und Sommer sowie der sich daraus ergebende Mittelwert auf die Verunreinigung der Räume schließen lasse. Bei den Messungen saugt das Messgerät über eine Dauer von zweieinhalb Stunden 4,5 Liter Luft pro Minute an.

Bei einer Bestätigung der ersten Ergebnisse reiche es nicht aus, lediglich die Fugenmasse als Primärverursacher zu entfernen, fügt Remers hinzu. Denn die Schadstoffe hätten sich über Jahre aus der Masse gelöst und beispielsweise in den Wandporen festgesetzt. Dann bliebe nichts anderes übrig, als den kompletten Klassenraum zu sanieren.

Schulleiterin Sabine Becker sieht dem Vorgang pragmatisch entgegen. Erst müsse man sehen, was die neuen Messungen ergeben, dann könne man reagieren.ExtraPCB ist die Abkürzung für Polychlorierte Biphenyle. Es handelt sich dabei um Schadstoffe, die als giftig und krebserregend gelten.