Erneute Kritik

GROSSLITTGEN. (mai) Zur Renaturierung des Dörrbachs, die bereits wegen hoher Kosten hinterfragt wurde, gab es weitere Kritik. Als Reaktion darauf soll die SGD Nord nun vorzeitig prüfen, ob das Geld für das Projekt regulär verwendet wurde.

Die Kritik in Sachen Renaturierung des Dörrbachs (der TV berichtete) geht weiter. Bereits im Oktober hatten Bürger kritisch hinterfragt, ob die Renaturierung für 400 000 Euro denn wirklich nötig sei. Allein aus Sicherheitsgründen müsse saniert werden, hieß es damals von Seiten der planenden Behörde, der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord. Nun gab es wiederum Kritik und die VG-Verwaltung, die den Auftrag für das Projekt erteilt hatte, reagierte. Sowohl im VG-Rat wie im Gemeinderat hatte Ratsmitglied Harald Schmitz (Mitglied der Wählergruppe Zens im VG-Rat) das Thema Dörrbach angesprochen. Er ist der Meinung, dass die Ausführung der Arbeiten nicht der Ausschreibung entspreche. Es würden nicht die Massen eingebaut wie ursprünglich vorgegeben, kritisierte der Bauingenieur. Günter Weins von der VG-Verwaltung entgegnet dazu: "Wir haben nichts zu verbergen. Wir werden der SGD Nord sämtliche Unterlagen zur Verfügung stellen und sie zu einem Ortstermin bitten, damit sie eine Stellungnahme abgibt." Die ausführende Firma habe ein Pauschalangebot abgegeben. Es stimme zwar, dass beim ersten Los weniger Material verwendet wurde als ursprünglich vorgesehen. Im zweiten Los sei dafür jedoch mehr Material als geplant verbaut worden. Die Vorgaben würden eingehalten. Michael Schäfer von der SGD Nord, die für die Planung, nicht aber für die Ausschreibung zuständig war, sagte auf TV-Anfrage: "Für die Vorwürfe gibt es im Moment keinerlei Beweise. Für uns deutet nichts darauf hin, dass hier etwas nicht richtig gelaufen ist." Das für die Ausschreibung verantwortliche Ingenieurbüro Max und Reihsner setzte sich bereits zur Wehr. Udo Reihnsner: "Sachliche Kritik wäre ja in Ordnung. Aber Herr Schmitz hat in öffentlicher Sitzung den Eindruck erweckt, wir würden mit der ausführenden Firma unter einer Decke stecken. Das ist geschäftsschädigend. Über meinen Rechtsanwalt habe ich Herrn Schmitz untersagen lassen, solche ehrkränkenden Äußerungen zu wiederholen." Wann die SGD Nord das Ergebnis ihrer Prüfungen vorlegt, konnte Schäfer gestern noch nicht sagen. Generell prüfe die Behörde bei allen von der öffentlichen Hand geförderten Projekten nach Abschluss, ob das Geld richtig verwendet worden sei. Die Renaturierung des Dörrbach ist zu 90 Prozent fertig gestellt. Finanziert wird das Projekt vom Umweltministerium (250 000 Euro) und von den Amerikanern als Ausgleich für die Erweiterung der Airbase.