Erneute Straßensperrung wegen Streiks

Erneute Straßensperrung wegen Streiks

Die Kreisverwaltung hatte die Sperrung der Rudolf-Diesel-Straße am Bungert-Kreisel in Wittlich aufgehoben. Das hielt die IG Metall aber nicht davon ab, gestern Morgen dort erneut eine Kundgebung im Rahmen des Streiks bei Franklin Electric abzuhalten. Inzwischen haben sich Gewerkschaft und Verwaltung auf einen Kompromiss geeinigt, allerdings nur in Sachen Straßenverkehr.

Wittlich. Seit mehr als zwei Wochen befindet sich die Wittlicher Firma Franklin Electric im Ausstand. Die Leitung des US-amerikanischen Konzerns hatte 80 Mitarbeitern die Kündigung ausgesprochen. Daraufhin streikte die Belegschaft.
Im Zuge des Streiks hatte die Industriegewerkschaft Metall bei der Kreisverwaltung eine zeitweilige Vollsperrung der Rudolf-Diesel-Straße hinter dem sogenannten Bungert-Kreisel erwirkt, um dort Kundgebungen abzuhalten. Da es häufig zu Verkehrsstaus kam, hatte die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich die Sperrung wieder aufgehoben (der TV berichtete). Roland Wölfl von der IG-Metall wollte sich damit nicht zufriedengeben. Und so staunten die Autofahrer am gestrigen Morgen nicht schlecht, als die Rudolf-Diesel-Straße unter Polizeiaufsicht wieder gesperrt war. Ursache war eine von der IG Metall erneut angemeldete Kundgebung vor den Toren von Franklin Electric.
Die Geschäftsführung von Franklin Electric habe zwar seit längerem einen Sozialplan angeboten, aber die Gewerkschaft fordere den Erhalt der Arbeitsplätze und einen damit verbundenen Sozialtarif, begründet Wölfl den immer noch anhaltenden Streik.
Noch am Montagnachmittag setzten sich beide Seiten zu einem Krisengespräch zusammen. Dabei einigten sie sich auf eine halbseitige Sperrung der Rudolf-Diesel-Straße, sagte Pressesprecher Mike D. Winter von der Kreisverwaltung. Damit könne die Verkehrssituation entschärft werden. Das Tempolimit werde in diesem Bereich auf 10 Stundenkilometer reduziert.
"Ich gehe davon aus, dass der gefundene Kompromiss der halbseitigen Sperrung für die Streikenden ebenso wie für alle Verkehrsteilnehmer und auch die ansässigen Unternehmen mit ihren Arbeitnehmern akzeptabel ist", erklärt Landrat Gregor Eibes. In einem Schreiben an die Geschäftsführung habe er sich für die Streikenden eingesetzt und um Prüfung der Umstrukturierungspläne gebeten. hpl