1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Erneuter Ärger wegen der Schulbusse in Hetzerath

Direktverbindung gestrichen : Erneuter Ärger wegen der Schulbusse in Hetzerath

Seit Dezember konnten rund 40 Hetzerather Kinder eine Direktverbindung von den Schweicher Schulen nach Hause nutzen. Das soll sich nun aber wieder ändern.

(will) In Hetzerath gibt es erneut Unmut wegen der Busverbindung zwischen dem Ort im Landkreis Bernkastel-Wittlich und dem Stefan-Andres-Schulzentrum in Schweich (Kreis Trier-Saarburg): Nachdem zum 1. September die Busverbindung von Schweich nach Hetzerath mit der Einführung des Linienbündels Römische Weinstraße weggefallen ist und die Schüler auf den Zug oder private Fahrten angewiesen waren (der Volksfreund berichtete mehrfach) wurde im Dezember kurzzeitig ein Direktbus von Schweich nach Hetzerath für die Schüler eingerichtet. Doch dieser soll, obwohl gut genutzt, wieder entfallen, wie Eltern dem Volksfreund mitteilten. Trier-Saarburgs Landrat Günther Schartz, dessen Kreis als Träger der Schule für den Schülerverkehr zuständig ist, hatte das bereits in einer Ausschusssitzung mitgeteilt. Was die Fahrten der Schüler betreffe, sei der Landkreis nicht auf Dauer zu Zugeständnissen bereit, hieß es. Der zwischen Schweich und Hetzerath verkehrende Direktbus solle wieder abbestellt werden. Unter anderem deshalb, weil laut Landrat Schartz kein Präzedenzfall geschaffen werden soll. Außerdem sei kommuniziert, dass für Hetzerath eher Wittlich der vorgesehene Schulstandort sei. Es gebe viele Schüler aus dem Landkreis Trier-Saarburg, die auf Plätze in Schweich angewiesen seien.

Über den Wegfall des Busses und die Aussagen ist unter anderem die Hetzeratherin Marili Slaby erbost, deren Kinder die zehnte beziehungsweise sechste Klasse am Schweicher Schulzentrum besuchen. „Man hat damals massiv darum geworben, dass unsere Kinder nach Schweich zur Schule gehen“, sagt sie. Und jetzt wolle man sie anscheinend dort nicht mehr haben. „Ich selbst war in Wittlich auf dem Gymnasium und hätte meine Kinder auch dorthin gehen lassen, hätte man damals nicht so massiv um unsere Kinder geworben“, sagt sie. Der Wegfall des Busses sei „eine Katastrophe“. Morgens würden die rund 40 Kinder ohnehin schon von den Eltern mit etwa 30 Privat-PKW nach Schweich gefahren. Nach dem Wegfall des Busses würden sie wohl nun auch am Mittag dort wieder von den Eltern abgeholt. Den Einsatz des Direktbusses, der ab Dezember eingesetzt wurde, „war schon sehr toll“.

Wie Marili Slaby ist auch Marion Triesch verärgert über den Wegfall des Busses und die Aussagen von Landrat Schartz. Hetzerath sei kein Präzedenzfall, sondern kreisüberschreitend ein Sonderfall, sagt sie. Marion Triesch hat mit einem Video dokumentiert, dass der Direktbus gut angenommen wurde und sich auch bereits mit mehreren Schreiben an Verwaltungen und Politiker gewandt. Das Angebot, von Schweich aus zuerst mit einem Zubringer zum dortigen Bahnhof zu fahren, um den Zug nach Hetzerath zu nehmen, ist aufgrund des langen Fußwegs vom Hetzerather Bahnhof in den Ort keine Alternative für die meisten Eltern, auch nicht, nachdem die Zeiten des Zubringers vom Schulzentrum zum Schweicher Bahnhof angepasst wurden.„Wir wollen wieder den Ist-Zustand mit dem Direktbus“, sagt Slaby.