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Ersatzkirmes in Morbach auf Busbahnhof und Parkplatz am Gerberweg

Brauchtum : Morbach feiert eine kleine Kirmes

Besucher freuen sich, dass endlich wieder ein Event stattfindet. Doch gab es den Festgottesdienst nicht wie geplant auf dem Kirmesgelände.

Die kleine Ausgabe der Morbacher Kirmes hat Leute angezogen: Das ist die Bilanz nach zwei Tagen der Ersatzveranstaltung anstelle der üblichen St.-Anna-Kirmes. Die Gemeinde hat sie innerhalb weniger Wochen auf dem Busbahnhof und dem angrenzenden Parkplatz am Gerberweg organisiert. Normalerweise zieht sich die Kirmes mit zahlreichen Buden, Fahrgeschäften und Musikbühnen durch das gesamte Ortszentrum rund um die Pfarrkirche St. Anna, was jedes Jahr Tausende Besucher anzieht. Doch ist dies wegen der Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie zum zweiten Mal in Folge nicht möglich. In diesem Jahr stehen auf dem Kirmesgelände eine Bühne, ein Fahrgeschäft für die kleinsten Besucher und einige wenige Getränke- und Essensstände sowie kirmes­typische Buden wie Enten­angeln und Pfeil­werfen. „So haben wir wenigstens ein bisschen Spaß und Freude, damit ihr die Kirmes genießen könnt“, sagt Ortsvorsteher Georg Schuh bei der Eröffnung, die im kleinen Rahmen stattfand. Am frühen Freitagabend und am Samstagabend waren die Konzerte mit den Bands Auxtank und Proof gut besucht. Auch wenn es noch nie so schwierig gewesen sei, überhaupt Bands zu finden, berichtet Robby Meyer, der sich um die Musik gekümmert hat. Denn viele Musikgruppen hätten während der Pandemie nicht geübt und wollten deshalb nicht auftreten, sagt er. Sein Fazit zu den ersten beiden Tagen ist positiv: „Ich bin zufrieden, dass die Kirmes angenommen wird. Es ist ein kleiner Schritt zur Normalität, die wahrscheinlich noch einige Zeit auf sich warten lässt“, erklärt Meyer. Die Besucher freuen sich über die Kirmesmusik. „Ich bin überwältigt. Das erste Event seit langer Zeit“, sagt Beate Thacker aus Bischofs­dhron, die die Musik der Hardrockband Proof genießt. „Ich bin froh, dass jemand was macht.“ Die Eltern mit ihren kleinen Kindern nutzen die Gelegenheit, das seltene Vergnügen wahrzunehmenn. Es sei toll, dass die Kirmes stattfindet, sagt Britta Eibes aus Gutenthal, die ein Auge auf ihre zweieinhalb Jahre alte Tochter Annabelle hat. Diese dreht am Lenkrad eines Fahrzeugs in der Kinderschleife. „Acht Runden haben wir schon hinter uns“, sagt sie. 

 Der Kirmesplatz in Morbach ist am frühen Samstagabend gut gefüllt.
Der Kirmesplatz in Morbach ist am frühen Samstagabend gut gefüllt. Foto: Christoph Strouvelle

„Es ist schön, dass überhaupt etwas gemacht wird, auch wenn es in kleinem Rahmen passiert. Für die Kinder ist es eine trostlose Zeit“, stellt Manuel Blatt aus Hoxel fest. Kurzfristig musste die Kirmes­planung allerdings geändert werden. Denn der Gottesdienst, der erst auf dem Gelände geplant war, musste dann doch in die Pfarrkirche verlegt werden. Grund: unterschiedliche Hygiene­konzepte der katholischen Kirche und der Gemeinde für die Kirmes, die nicht miteinander vereinbar seien, sagt der Morbacher Pastor Michael Jacob. Man hätte den gesamten Kirmesplatz nach einem Gottes­dienst räumen und des­infizieren müssen, sagt er.