Erst die Wutz und dann ran an die Schubkarre

Erst die Wutz und dann ran an die Schubkarre

THALFANG. (urs) Wenn alle gemeinsam anpacken und dann auch noch das Wetter mitspielt, kann ein Fest eigentlich nur gelingen. Die Thalfanger Straßenfestler können es daher verschmerzen, dass sich ihre Sportskollegen am Sonntagmittag für einige Zeit etwas rar gemacht haben im Dorf.

Auf allen Hochzeiten gleichzeitig kann nun einmal keiner tanzen. Während des Auftaktspiels der in die A-Klasse aufgestiegenen Thalfanger Kicker machen sich die Straßenfestgäste daher ein wenig rar im Thalfanger Zentrum. Doch ansonsten kann die Gemeinde als Veranstalter nicht klagen. Das Fest, an dem sich die örtlichen Vereine seit Jahren aktiv einbringen, erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Am Samstag sei es zwar etwas kalt gewesen, dafür aber trocken, weiß Wehrführer Michael Schäfer zu schätzen. Im kulinarischen Bereich hängt natürlich die Sonntags-Wutz der Sängergemeinschaft Pommes und Würstchen locker ab. "Es ist nichts mehr da", deutet Michael Klee sichtlich müde, aber mit rund 80 verkauften Portionen auch zufrieden, auf den leeren Holzkohlegrill. Eben noch verbreitete dort das vor sich hinbrutzelnde Spanferkel einen appetitanregenden Duft. Das jährliche Auftischen des heiß begehrten Bratens rührt laut Klee noch von der ursprünglichen Idee des Straßenfestes her: "Alles in eine Kasse für ein bestimmtes Projekt." Die Freiwillige Feuerwehr des Ortes trägt mit Spiel und Spaß dazu bei, dass sich dieser gemeinsame Topf füllt. Denn ihr beliebter Hindernisparcours mit zu Eiertransportern umfunktionierten Schubkarren kommt nicht nur bei Kindern super an. Das Gros der Vereine konzentriert sich jedoch auf das leibliche Wohl der Besucher. Bei einer Palette von Kartoffelwurst mit Sauerkraut bis Pizza muss jedenfalls keiner Hunger leiden. Zumal die Freunde aus Villeneuve la Guyard auch mit französischem Brie und dazu passenden Weinen locken. Thalfanger wie Gäste aus den Nachbargemeinden schauen daher zumindest für einen Bummel vorbei. Und das sogar, wenn sie sich für solche Festivitäten eigentlich nicht mehr jung genug fühlen, wie ein angehender 80-Jähriger aus Bäsch eingesteht.