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Erst Dschungelparty, dann Discofox: Bei Haager Kirmes steht das Tanzen im Mittelpunkt

Erst Dschungelparty, dann Discofox: Bei Haager Kirmes steht das Tanzen im Mittelpunkt

Autoscooter fahren und Lebkuchenherzen essen, das machen Kirmesbesucher üblicherweise. Nicht so in Haag. Musik und Tanz in der Mehrzweckhalle sind inzwischen die Markenzeichen der dortigen Kirchweih. Bereits zum zweiten Mal steht die Veranstaltung einen Tag lang im Zeichen des Discofoxes.

Die St.-Kunibert-Kirmes des Morbacher Ortsteils hebt sich von anderen Kirchweihfesten deutlich ab. Denn im Mittelpunkt der Veranstaltung, die von der Vereinsgemeinschaft aus Musikverein und Sportverein organisiert wird, steht das Tanzen. 410 Gäste bewegten sich im Disco-Dschungel nach den Rhythmen, die DJane Flummi vorgab. "Da machte alles mit, von 16 bis Mitte 50", freute sich Guido Thömmes, einer der Organisatoren. Und das Ambiente kam gut an.

Nicht nur für die Disco-Besucher hatten sich die Hallendekorateure tagelang mächtig ins Zeug gelegt, sondern auch für den Discofox-Tanztag am Tag danach. "Das war der Mühe wert", findet sein Bruder, Joachim Thömmes, der als Tanzlehrer die besten Turniertanzpaare persönlich kennt.

Rund 250 Gäste durften am zweiten Tag selbst aufs Parkett, aber auch die Glanzleistungen von anderen Tänzern bestaunen: Für die Discofox-Weltmeister mussten sich die rund 250 Besucher allerdings gedulden, denn die Partnerin von Igor Pokasanew, Maria Dortmann, hatte sich verletzt. Der Meistertänzer brachte Carolina Zyntiak mit und glänzte mit ihr erst am Abend in diesem Tanzstil.

Rumba, Jive und Cha-Cha-Cha zeigten Nora Mergener und Thomas Pfeiffer aus Trier in Vollendung. Und das, was Tobias Bludau und Michelle Uhl auf die Bühne brachten einfach nur Rock'n'Roll zu nennen, wäre eine starke Untertreibung. Die Tänzerin wurde von ihrem Partner bis unter die Hallendecke katapultiert. Aus einem Käfig entsprangen Filou, die Meistertanzgruppe aus dem Saarland. Quick-Step und Tango sind die Stile von Rafael und Dr. Eva Ewers.
Zwar weit von solcher Vollendung entfernt, aber dennoch stolz auf ihre Leistung sind die 18 Paare, die das Silberne und Bronzene Tanzabzeichen ablegten. "Bronze ist bereits vergleichbar mit dem Sportabzeichen in der Leichtathletik", erklärt Joachim Thömmes. Geprüft wurde das Können von Andi Fett aus Limburg, Fachtanzlehrer des Berufsverbandes Deutscher Tanzlehrer (BDT). Alle 18 Paare haben bestanden, was nicht immer der Fall sein muss, wie er sagt.

Seit 40 Jahren tanzen Marianne und Theo Gätz zusammen. "Wir konnten bislang keinen Discofox", gibt der 60-Jährige zu. Und seine 58-jährige Frau meint: "Da gibt es viel mehr Drehungen als bei anderen Tänzen." Tanzen sei richtig guter Sport und halte fit. Elke Schemer (50) und Josef Massem (52) schafften sogar das Silberne Abzeichen des Verbandes. "Wir trainieren zweimal die Woche", sagt Elke. Dieser Tanz funktioniere mit vielen Musikrichtungen.

Punkte gab es für Takt- und Rhythmusgefühl, die richtige Führung durch den Herrn mit exakten Drehungen, ausgefeilten Tanzfiguren und Eleganz.