Erste Paten für Ströher sind gefunden

Erste Paten für Ströher sind gefunden

Gemälde des Malers Friedrich- Karl Ströher sind in ihrer Substanz bedroht und müssen dringend restauriert werden. Das ist das Resultat intensiver Untersuchungen einer Sachverständigen. Zur Finanzierung werden noch Paten gesucht.

Simmern. (red) In der Kunstsammlung Ströher im Simmerner Neuen Schloss wird fast das gesamte Werk und ein umfangreicher Nachlass des Malers und Bildhauers Friedrich-Karl Ströher (1876-1925) für die Nachwelt bewahrt. Besonders an den Gemälden, die wegen ihrer künstlerischen Qualität und Intensität weit über den Hunsrück hinaus Beachtung finden, nagt heftig der Zahn der Zeit. Fingernagelbreite Risse durchziehen die Porträts und Landschaftsbilder. Farbpartikel platzen ab, Leinwände sind brüchig, das Papier der empfindlichen Aquarelle zersetzt sich. Manche Bilderrahmen sind in jämmerlichem Zustand.

Bei 22 Bildern attestieren Gutachten einer Restauratorin dringenden Handlungsbedarf. Dabei reicht der Bogen von kleinformatigen, deshalb aber nicht weniger arbeitsaufwendigen Selbstporträts über Stillleben und Landschaftsbilder bis hin zum großen Akt. Da sich weder das Hunsrück-Museum noch die Ströher-Stiftung die Restaurierung leisten können, ist bürgerliches Engagement gefragt. In der Regel sind zwischen 500 und 1500 Euro pro Bild veranschlagt. 13 kunstsinnige Bürger sind zwischenzeitlich dem ersten Aufruf der Ströher-Stiftung gefolgt und haben eine Patenschaft übernommen. Damit können die dringendsten Fälle in diesem Jahr restauriert werden.

Das Projekt ist jedoch längerfristig angelegt. Nach dem Abschluss des ersten "Pakets" muss das Frühwerk konservatorisch gesichert werden. Die Beschaffung von Bilderrahmen ist ein weiterer Schwerpunkt der Aktion. Weil Ströhers Budget zeitlebens sehr eng begrenzt war, konnte er sich keine teuren Farben und Leinwände leisten. Viele Ölbilder blieben daher rahmenlos. Sind Rahmen vorhanden, sind sie von sehr einfacher Art und beschädigt. Auch hier besteht Handlungsbedarf.

Die Paten werden detailliert über die Restaurierung informiert. Sie erhalten einen Kunstdruck in Originalgröße "ihres" Bildes, und auf Wunsch verweist im Museum ein Namensschild auf den großzügigen Spender. Stiftungs-Vorsitzender Dieter Merten ist optimistisch, dass dank des bürgerlichen Engagements in den kommenden Jahren Risse und Macken beseitigt werden und die kostbaren Gemälde in ihrer ursprünglichen Brillanz wieder erstrahlen können.

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