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Erste Schritte zur Altricher Chronik

Erste Schritte zur Altricher Chronik

In Altrich haben sich 30 Bürger zusammengefunden, um gemeinsam nach Geschichten aus ihrer Jugend zu suchen, die das Leben während und nach dem Krieg beschreiben. Schriftleiter Erich Gerten wird sie neben der Geschichte des Ortes für eine Chronik aufschreiben.

Altrich. Die erste Kirmes nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 ist vielen in Altrich noch in Erinnerung. Im Saal der Wirtschaft Schommer war nach vielen Jahren wieder Tanz, und das ganze Dorf war auf den Beinen. Darüber, über den Krieg und die Schulzeit mit Lehrerin Maria Kerber wussten einige der 30 Altricher, die zum Erzählabend gekommen waren, zu berichten.
Geschichten in Platt


Nanni Stoffel: "Meine Freundin und ich, damals 16 Jahre alt, haben uns an der Kirmes auf die Treppe zum Saal gesetzt, während die Musik spielte. Wir sind dann immer eine Stufe weiter hochgerutscht und schließlich haben wir auf der Bank im Saal gesessen. Wir wurden sogar zum Tanzen aufgefordert und mit ,Sie\' angesprochen. Da haben wir uns natürlich schon groß gefühlt. Bis der Wirt kam und uns heimgeschickt hat. Zu Hause gab es dann Ärger, und am Sonntag ist das sogar von der Kanzel erzählt worden. Aber ein Erwachsener hat uns in den Arm genommen und gesagt: "Ich hätte es genauso gemacht". Das hat uns getröstet." Der Öffentlichkeitsausschuss hat den Abend angeregt, denn es ist eine Altricher Chronik in Planung. Darin wird die Geschichte des Ortes von den Kelten bis heute beleuchtet. Sylvia Leuchter-Stoffel, Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit: "Es wird kein reines Erzählbuch, sondern eine Chronik, in der natürlich auch Erfahrungsberichte und Altricher Platt vorkommen werden." Dass die Bevölkerung so gut mitmacht, freut Erich Gerten, der die Chronik schreiben wird. Er sagt: "Man merkt die Begeisterung der Leute für die Chronik. Die kommen auf mich oder Gemeinderatsmitglieder zu und sagen, hier ich habe Bilder und was aufgeschrieben. Das ist wunderbar und nicht selbstverständlich."
In diesem Jahr werden weiter Geschichten und Themen gesammelt, und im nächsten Jahr soll dann festgelegt werden, was ins Buch kommt. 2014 soll es dann fertig sein und erscheinen.
Wer noch Bilder oder Material für die Chronik hat oder Geschichten von früher weiß, kann sich bei Dorothée Benz und Sylvia Stoffel-Leuter melden.