1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Erster Fastnachtsumzug vor 120 Jahren

Erster Fastnachtsumzug vor 120 Jahren

ENKIRCH. (lars) Raum für Anekdoten, kurze Abhandlungen und Erinnerungen unserer Leser schafft der Trierische Volksfreund ab heute unter den neuen Rubriken "Stadtgeschichte(n)" und "Dorfgeschichte(n)". Werden auch Sie mit einer eigenen Anekdote Teil der örtlichen Geschichte.

Geschichte ist nicht nur die Geschichte der großen Männer und Frauen, der Schlachten, Kriege und Verwüstungen. Geschichte ist auch das Kleine, das Beschauliche, die Geschichten, die für die Jüngeren verstehbar machen, warum man von der "guten, alten Zeit" spricht, obwohl diese zumindest materiell betrachtet, oft alles andere als gut war. Diese Art der lokalen Geschichte lebt manchmal zwar auch in Archiven, viel öfter aber in den Erinnerungen, in den Traditionen und in von Generation zu Gerneration weitergegebenen Anekdoten. Genau diesen will der Trierische Volksfreund ab sofort an jedem Donnerstag unter dem Titel "Stadtgeschichte(n)" und "Dorfgeschichte(n)" ihren Raum geben. Hier sollen historische Anekdoten veröffentlicht werden, neben kurzen Abhandlungen zu großen Ereignisse und Erklärungen oft rätselhafter Straßen- und Flurnamen, vor allem auch persönliche Erinnerungen unserer Leser an Umbrüche aus Städten und Dörfern entlang der Mosel ihren Platz finden. Zum Start erzählen wir von der Fastnachtstradition in Enkirch: Wussten Sie schon, dass in Enkirch bereits am 7. Februar 1909 die erste Damensitzung der Karnevalsgesellschaft 1884 "Wir wollen's riskieren" durchgeführt wurde? Beim Übersetzen und Abschreiben des Protokollbuches aus der Sütterlinschrift habe ich dies gefunden. Damals hatte die Gesellschaft bereits etwa 400 Mitglieder. Bei Karnevalsbällen hatten nur Mitglieder Zugang. Ein Nichtmitglied konnte aber von einem Mitglied "eingeführt" werden und musste dafür 1,20 Mark "Strafe" bezahlen. Das war der Jahresbeitrag eines Mitglieds. Der erste Karnevalsumzug mit einem Prinzenpaar bestand aus acht Zugnummern und wurde am 7. März 1886 durchgeführt. Prinz und Prinzessin wurden damals nicht namentlich erwähnt, sie stellten sich lediglich als Darsteller vor. In diesem Zug befand sich auch eine Kapelle, die "stumme Musik" zum Besten gab. Hans-Dieter Georg, Enkirch Wenn auch Sie eine historische Anekdote kennen, einen für viele unverständlichen Namen eines Hauses, einer Straße oder eines Flurstücks erklären können oder zu einem historischen Ereignis eine ganz persönliche Geschichte zu erzählen haben, dann schreiben Sie unter dem Stichwort "Stadtgeschichten" mit ihrem Namen, Adresse und Telefonnummer für etwaige Rückfragen an die E-Mail-Adresse mosel@volksfreund.de Wichtig für eine rasche Veröffentlichung ist, dass Ihre Geschichte knapp formuliert ist und etwa 60 Druckzeilen (à 30 Anschläge) umfasst. Falls Ihnen ein historisches Foto vorliegt, ist uns dieses (hinreichende Qualität vorausgesetzt) natürlich auch willkommen. Die Lokalredaktion freut sich auf Ihre persönliche(n) Geschichte(n).