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Erster Großeinsatz der Schneekanonen am Erbeskopf in dieser Saison

Kostenpflichtiger Inhalt: Wintersport : Erster Einsatz der Schneekanonen: Ein bisschen künstlicher Winter am Erbeskopf

Schnee am Erbeskopf: Ihren ersten Großeinsatz der Saison haben die Schneekanonen in der vergangenen Nacht gehabt. Ob es aber tatsächlich in ein paar Tagen zum Skivergnügen kommt, ist derzeit nicht sicher. In den Eifeler Skigebieten sind die Schneekanonen nicht im Einsatz.

Zum ersten Mal für diese Wintersaison wurden am Montagabend die Schneekanonen am Erbeskopf großflächig in den Betrieb genommen. Ab 22 Uhr und über die Nacht lief auch eine neue, große Schneekanone, die zum Test am Wintersportzentrum steht. An der Piste gibt es nun fünf Schneekanonen.

„Wir haben die neue Maschine zum Test eingesetzt und gemerkt, dass wir guten Schnee produzieren können und versuchen nun alles Mögliche, um eine gute Piste hinzubekommen,“ freut sich Klaus Hepp, der Betriebsleiter am Wintersportzentrum Erbeskopf.

In der Nacht waren die beiden Mitarbeiter Gerd Hartenberger und Michael Grewer auf dem höchsten Berg in Rheinland-Pfalz tätig. Mit einem Schneemobil, das auch auf erdigem Untergrund gut vorankommt, fuhren sie bergauf und bergab. Immer wieder wurden die Temperaturen und die Schneekanonen  kontrolliert. „Hier wird geschaut, wie wir beschneien können. Ob eher nass oder mehr trocken. Dementsprechend stellen wir dann die Maschinen ein,“ erklärte Michael Grewer.

Bereits um Mitternacht waren die beiden mit dem Ergebnis zufrieden. „Die neue Kanone liefert uns einen guten Schnee, und vor allem doppelt so viel mit dem gleichen Stromverbrauch wie unsere älteren Maschinen,“ sagte Gerd Hartenberger zufrieden. Immer wieder gab es Windböen. Sie verwirbelten den erzeugten Schnee, der dann anstatt auf dem Berg in den Fichten links und rechts der Piste hängenblieb. „Auch das gehört dazu“, sagte Hartenberger. Und: „Wir stellen mehrmals im Verlauf der Beschneiung die Kanonen um, um eine konstante Schneedecke zu bekommen.“

Betriebsleiter Hepp macht sich am Dienstagmorgen ein Bild von der Piste und sagt ganz klar: „Um eine gute Piste für unsere Skifahrer hinzubekommen, müssen die Schneekanonen mindestens 80 Stunden im Einsatz gewesen sein.“ Das heißt: In  den kommenden Nächten  müssen Minusgrade herrschen. So können dann Wintersportfreunde vielleicht schon bald auch bei Plusgraden tagsüber auf ihre Kosten kommen. „Bis wir zum ersten Mal den Berg freigeben können, wird es noch dauern. Wir versuchen unser Bestes und hoffen auf gutes Wetter“, sagt Klaus Hepp. Aber zunächst freut er sich über den guten Zustand des beschneiten Berges nach der ersten Nacht. Die Skipiste ist an den Seiten von hohe Fichten umgeben. Diese werfen viel Schatten. „In Kombination mit einer dünnen Eisschicht, hat der beschneite Schnee längeren Erhalt als sonst,“ erklärt Hepp dazu.

Premiere 2020: Schneekanonen am Erbeskopf sind in Betrieb

Mit Blick auf die neue Schneekanone sagt er: „Die Testmaschine kommt aus dem Allgäu und wurde uns von Techno Alpin zur Verfügung gestellt.“ Die FT10 sei mit 24 Düsen und acht Nukleatoren die leistungsstärkste Schneekanone des Herstellers und besteche durch ihre Effizienz und Benutzerfreundlichkeit. Durch die enorme Wurfweite und die Schwenkung werde der Schnee gleichmäßig und großflächig auf der Piste verteilt. Damit werde  nicht nur eine konstante Schneequalität garantiert, sondern auch das Präparieren erleichtert.“

Thema Umweltschutz: „Über das ganze Jahr verteilt sammeln wir unten im Tal in großen Wasserreservoiren das Regen- und Grundwasser des Berges. Wir geben es über die Schneekanonen quasi wieder dem Berg zurück. Lediglich der Strom für die Maschinen wird benötigt“, sagt der Betriebsleiter. Wenn die Mitarbeiter auf die Langfristprognose des Wetters schauen, sehen sie zwar derzeit ein Auf und Ab. Aber sie sind der Meinung:  Man müsse es wenigstens versuchen.“

„Wenn wir ausreichend Nächte mit Frost haben, können wir die Piste für den Wintersport hinbekommen. Tagsüber darf es keine zweistelligen Plusgrade geben“, sagt Gerd Hartenberger.

Gibt es in den nächsten Nächten erneut Frost, werden die Maschinen wieder laufen. „Ich persönlich wünsche und erhoffe mir, dass wir noch einen guten Winterbruch mit viel Schnee bekommen. Wenn nicht jetzt, dann im Februar. Dann können wir richtig durchstarten“, hofft Betriebsleiter Hepp.

Im vergangenen Jahr startete die Wintersportsaison am Erbeskopf am 25. Januar 2019. Bis 22. Februar kamen an 26 Betriebstagen fast 40 000 Skifahrer. Im Jahr 2018 gab es insgesamt 30 Lifttage.