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Es brennt und die Feuerwehr kommt nicht hin

Es brennt und die Feuerwehr kommt nicht hin

WITTLICH/HASBORN. (scho) Was wäre gewesen wenn: Das haben sich Wittlicher Wehrleute gefragt, die Ende Juli erst 20 Minuten nach der Alarmierung beim brennenden LKW an der Autobahnraststätte Eifel-Ost waren. Der Grund: Die Wehr stand auf der gesperrten A 1 im Stau. Dieses Problem des sonst erfolgreichen Einsatzes hat Wehrleute und Autobahnpolizei im Nachgang beschäftigt.

Hätte der Lastwagen, der Ende Juli auf der Autobahnraststätte Eifel-Ost bei Hasborn in Brand geriet, nicht 15 Meter von der Tankstelle entfernt, sondern direkt vor der Zapfsäule gestanden, und hätte der Wind Flammen und Rauch nicht von der Tankstelle weggeblasen, sondern zu ihr hin, und hätte dann noch die Wittlicher Feuerwehr nicht rechtzeitig vor Ort sein können, weil sie im Stau stand, dann wäre es eng geworden. Verdammt eng. Denn was beim Aufeinandertreffen eines brennenden Lastwagens, der mit 20 Tonnen Spanplatten beladen ist, und den an die 300 000 Liter Treibstoff der Tankstelle passiert wäre, kann sich auch der Laie leicht vorstellen: eine Katastrophe. Ab September wieder beide Spuren befahrbar

Deshalb haben die Wittlicher Wehrleute und die Autobahnpolizei Schweich im Nachgang den Einsatz bei Hasborn noch mal besprochen. Denn nicht alles lief optimal. Die Wittlicher Wehr steckte im Stau fest. "Für uns war die einspurige Verkehrsführung das Problem", sagt Dietmar Willmroth, Leiter der Feuerwache Wittlich. Deshalb konnten sich die alarmierten Wehrleute weder über eine zweite Fahrspur noch über den Standstreifen zum Einsatzort vorkämpfen. Seit Frühjahr diesen Jahres geht es auf der A 1 bei Hasborn in beide Richtungen nur einspurig voran, weil die Fahrbahndecke erneuert wird (der TV berichtete). Deshalb alarmiert die Rettungsleitstelle in Trier bei einem Brand in diesem Bereich gleich drei Wehren: die aus Wittlich, Manderscheid und Lau-feld. Eine Vorsichtsmaßnahme wegen des erhöhten Risikos, so lange dort nur eine Spur in jede Richtung führt. "Denn auch bei einem normalen Unfall staut es sich bei einspuriger Verkehrsführung sehr schnell", erklärt Willmroth. Werden drei Wehren aus verschiedenen Richtungen alarmiert, wird es eine auf jeden Fall rechtzeitig schaffen. So wie bei dem brennenden Lastwagen. Da waren die Laufelder Wehrleute als erste vor Ort. Zehn Minuten nach der Alarmierung. Glücklicherweise. Zwar sind LKW-Brände für die Wehrleute "Tagesgeschäft", wie Willmroth sagt. Aber: "Bei diesem Brand stand der Lastwagen gefährlich nah an der Zapfsäule." Wegen Explosionsgefahr hatte die Autobahnpolizei Schweich aber die A 1 gesperrt. Und so kamen die Wittlicher Wehrleute nicht voran. Sie standen im Stau fest. Willmroth: "Später sagte uns die Polizei, dass wir über die neue Fahrbahn der zweiten Spur hätten fahren können. Dieses Information hätten wir uns natürlich eher gewünscht." Auch der Leiter der Autobahnpolizei Schweich, Paul Kiefer, war nicht sicher, wie er zum Brand kommen sollte. "Die Fahrt durch die Baustelle ist bis zum Einsatzort frei, hieß es über Funk", sagt Kiefer, der sich dann fragte: "Ist da schon geteert oder kommen noch Löcher?" Langsam rollte er über die neue Fahrbahndecke - vorbei an der Wittlicher Wehr, die weiter wartete, bis die Sperrung kurz drauf aufgehoben wurde. Die Spur einfach zu wechseln war für die Wittlicher wegen der Eisenplanken nicht möglich. Kiefer: "Da kommt man nur am Anfang der Baustelle drauf, wenn man sich durch die Absperrbaken schlängelt." Bisher habe es im Baustellen-Bereich außer dem LKW-Brand keine nennenswerten Unfälle gegeben. Aber dieser hätte heikel werden können, sagt auch Kiefer und ergänzt: "Insgesamt ist dieser Einsatz aber sehr gut gelaufen." Wegen der Hitzewelle sind die Bauarbeiten auf der A 1 bei Hasborn etwa vier Wochen in Verzug. Der Teer konnte nicht auskühlen, weshalb andere Arbeiten erst später gemacht werden konnten. Die Autobahnmeisterei Wittlich rechnet damit, dass ab Montag, 4. September, wieder zwei Spuren in jede Richtung befahrbar sind.