Es geht weiter mit der Sanierung der Grevenburg in Traben-Trarbach

Denkmalpflege : Es geht weiter mit der Sanierung der Grevenburg in Traben-Trarbach

Nach langwierigen Vorbereitungen werden derzeit die Felsen der Festung gesichert - und es hat sich auch eine neue Pächterin gefunden, die ab sofort am Wochenende die Burgschänke betreibt.

Momentan ziehen manchmal dicke Wolken über die Grevenburg, was den Eindruck erweckt, als würde es brennen. Aber Traben-Trarbachs Stadtbürgermeister Patrice Langer gibt Entwarnung: „Der vermeintliche Rauch sind Staubwolken, die durch Bohrarbeiten im Fels entstehen. Tatsächlich hatte ich deshalb schon Anrufe von Bürgern.“ Die Grevenburg, Wahrzeichen der Stadt, ist stark sanierungsbedürftig und befindet sich in einem besorgniserregenden Zustand. Denn bereits Anfang 2015 wurde an der Fassade des Kommandantenhauses ein Steinbrocken entdeckt, der locker war und drohte, in die Tiefe zu stürzen. Die Stelle, die einen schönen Blick ins Moseltal bot, musste sofort gesperrt werden.

Ein 2016 erstelltes Gutachten ergab, dass das Mauerwerk in vielen Bereichen nicht mehr stabil ist. Dann dauerte es einige Jahre, bis alle Förderanträge bewilligt wurden, denn allein die Sicherung des Felsens kostet 285 000 Euro, die Sanierung der Ruine 325 000 Euro, 60 Prozent der Summe übernimmt das Land. Ohne Förderung hätte die Stadt, in deren Eigentum sich die Burg befindet, die Sanierung nicht bezahlen können.

„Jetzt werden vier Meter tiefe Löcher in den Fels gebohrt, die dann mit einem Anker versehen werden, über den in den nächsten Tagen Sicherungsnetze gezogen werden,“ erklärt Langer. Die Arbeiten sollen Ende November erledigt sein, anschließend folgt die Sanierung der Grevenburg. „Da müssen viele Mauerteile zugemörtelt werden, wozu die gesamte Burg eingerüstet wird,“ sagt Langer, der eine weitere gute Nachricht bereit hält. „Wir haben endlich wieder eine Pächterin für die Burgschänke gefunden,“ freut sich das Stadtoberhaupt. Das Ausflugslokal an der Burg mit Biergarten war zwischenzeitlich geschlossen. Als Pächterin konnte die Stadt Aggy Leitterstorf verpflichten. Die Hunsrückerin, die in Mastershausen lebt, erfüllt sich damit einen Traum: „Das war ein Jugendtraum von mir, denn ich habe ursprünglich Gastronomie gelernt, war dann aber im Einzelhandel tätig,“ erzählt sie. 22 Jahre lang führte sie fünf Telekommunikationsgeschäfte, die sie zwischenzeitig abgegeben hat. „Nach einem Sabbat-Jahr starte ich jetzt mit der Burgschänke an diesem schönen Platz.“

Wegen der Bauarbeiten öffnet Leitterstorf vorerst nur am Wochenende, von Freitag bis Sonntag jeweils von 11 bis 17 Uhr. „Ansonsten gilt die Fahnenregel: Wenn die Fahne weht, ist die Burgschänke geöffnet. Ab nächstem Jahr will ich dann auch unter der Woche regulär öffnen,“ sagt die neue Gastronomin. Für Wanderer und Ausflugsgäste bietet sie vorerst Getränke, Waffeln, Suppen und eine Vesperplatte an.

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