Es holpert in Plein

Der Pleiner Ortsbürgermeister ärgert sich. Seit Jahren soll die Kreisstraße 21, die durch den Ort führt, saniert werden. Allerdings sehen weder die Verbandsgemeinde Wittlich-Land noch der Kreis Bernkastel-Wittlich dringenden Handlungsbedarf. Eine Sanierung sei aber fest geplant, ein Ingenieurbüro ist beauftragt.

Plein. Autofahrer, die durch den 620-Einwohner-Ort Plein fahren, werden kräftig durchgeruckelt. An mehreren Stellen der Kreisstraße 21, die durch das Dorf führt, stehen Baustellenschilder, am Straßenrand reihen sich geflickte Stellen aneinander, teils notdürftig mit Pflastersteinen gefüllt. Etwa in der Ortsmitte sind der Hang und ein Teil der Straße aufgerissen.
Ortsbürgermeister Bernd Rehm schüttelt den Kopf. "Hätte man die Straße saniert, wäre uns diese Reparatur erspart geblieben", sagt er. Dort sind die Wurzeln zweier Bäume in den Abwasseranschluss eines Hauses eingewachsen, sodass das Wasser nicht abfließen konnte. Das Gleiche sei vor zwölf Jahren passiert. Damals sei das repariert worden, aber nicht bis zum Kanalhauptanschluss. "Deshalb muss jetzt nachgebessert werden", sagt Rehm. Er hält es für dringend nötig, die Kanal- und Wasserleitungen unter der Kreisstraße 21 in Plein zu erneuern. "Die sind, soweit ich weiß, mehr als 40 Jahre alt", sagt er. "Da verlieren wir seit Jahren Wasser." Er zeigt auf den abgesackten Gehweg, ausgebrochene Gullis und die geflickten Stellen.
Das Vorhaben, die Kanal- und Wasserleitungen gleichzeitig mit Straße, Gehwegen und Straßenlaternen zu erneuern, unterstütze die Verbandsgemeinde. Seit fünf bis sechs Jahren aber werde das Projekt vertagt, da dem Kreis die Mittel fehlten oder andere Projekte favorisiert würden.
Ein Sprecher der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich erklärt, die Behörde habe eine Beteiligung an den Kosten in Aussicht gestellt. Die Verbandsgemeinde müsse den Teil der Straße bezahlen, der für die Sanierung der Wasserleitungen aufgerissen wird. Der Landkreis übernehme die Kosten für die Erneuerung des restlichen Straßenbelags. Somit hätte die Fahrbahn "statt einem Flickenteppich eine neue einheitliche Decke", heißt es. Die Verbandsgemeindewerke Wittlich-Land ermittelten zurzeit, auf welcher Länge die Straße aufgebrochen werden muss. Anschließend werde die übrige Fläche errechnet, um die Kosten des Landkreises zu ermitteln. Auf die Frage, ob eine Sanierung noch vorgesehen sei, heißt es "vorbehaltlich der Verfügbarkeit entsprechender Haushaltsmittel" sei die Realisierung des Projekts gemeinsam mit der Verbandsgemeinde (VG) vorgesehen. Für die Kreisstraße 21 bestehe aber trotz der Risse kein akuter Sanierungsbedarf.
Auch ein Sprecher der VG Wittlich-Land sieht "keinen dringenden Handlungsbedarf". Fest stehe dennoch, die Hauptwasserleitung werde erneuert und voraussichtlich die Mehrzahl der Hausanschlüsse gleich mit. Im Februar sei ein Ingenieurbüro beauftragt worden. Es soll prüfen, wie viel der Straße aufgerissen werden muss. Von dem Ergebnis hänge ab, wann die Sanierung beginne und wie viel sie die VG und den Landkreis koste.
"Es ist ärgerlich, dass die Sanierung immer wieder geschoben wird. Das wirft unsere Gemeinde zurück", sagt Ortsbürgermeister Rehm. Die Anwohner wüssten um die geplante Sanierung und hielten sich deshalb mit Arbeiten am eigenen Haus zurück. "Wenn die wissen, hier wird irgendwann alles aufgerissen, streichen die natürlich nicht ihr Haus neu."
Der Sprecher der VG räumt ein, dass die Sanierung schon seit Jahren im Gespräch sei. "Es hat immer wieder an verschiedenen Dingen gehangen", erklärt er. Aber die Sache sei jetzt ins Rollen gebracht und die Sanierung fest geplant.