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"Es läuft gut": Zeltingen-Rachtig, Lösnich und Erden betreiben Bauhöfe gemeinsam

 Christian Wilfer und Raphael Kappes bei der Arbeit auf dem Bauhof. TV-Foto: Klaus Kimmling
Christian Wilfer und Raphael Kappes bei der Arbeit auf dem Bauhof. TV-Foto: Klaus Kimmling FOTO: Klaus Kimmling (m_mo )
Zeltingen-Rachtig/Lösnich/Erden. Am Anfang herrschte Skepsis, jetzt regiert die Zufriedenheit. Der gemeinsame Bauhof zwischen dem großen Zeltingen-Rachtig und den kleinen Nachbarn Lösnich und Erden funktioniert. Es kann effizienter gearbeitet werden - auch im Fuhrpark. Clemens Beckmann

Zeltingen-Rachtig/Lösnich/Erden. Ganz abwegig ist so etwas nicht: Wenn große und kleine Gemeinden sich in einem Zweckverband zusammentun, um gemeinsam Arbeiten zu stemmen, könnten sich die kleinen Partner als Verlierer fühlen, weil der große Bruder alles bestimmt. Im Falle des von Zeltingen-Rachtig (2240 Einwohner), Lösnich (448) und Erden (368) getragenen Bauhofs scheint aber das nicht der Fall zu sein.
Es sind nur positive Stimmen zu vernehmen. Der gemeinsame Bauhof wurde im April 2013, also vor drei Jahren, auf Initiative von Leo Wächter, dem hauptamtlichen Beigeordneten der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues ins Leben gerufen (der TV berichtete).
Der Grund war damals ganz praktischer Art. Der Lösnicher Gemeindearbeiter fiel längere Zeit aus. Die Zeltingen-Rachtiger Kollegen, drei an der Zahl, sprangen ein.
Und da es in Erden, das zwischen Zeltingen-Rachtig und Lösnich liegt, nur eine halbe Stelle gibt, reifte die Idee eines gemeinsamen Bauhofes für die drei Orte. Bei Krankheit und Urlaub falle die Vertretung leichter, die notwendigen Geräte und Maschinen müsste es nicht in dreifacher Ausfertigung geben, und die vorhandenen könnten effizienter eingesetzt werden.
Am Anfang hätten sich Lösnich und Erden etwas schwer getan, sagt Vorabeiter Wilfried Pazen. Das sei Geschichte. "Es läuft gut", sagt er. Der Erdener Ortsbürgermeister Alois Kaufmann, 2013 noch nicht im Amt, gibt zu, anfangs skeptisch gewesen zu sein - auch aus der Erfahrung in anderen Orten.
Die Geschichte vom fünften Rad am Wagen sei ja bekannt, treffe hier aber nicht zu. "Ich bin sehr zufrieden und höre das auch von vielen Bürgern. Man kann sich auf die Leute verlassen", sagt Kaufmann
Der Lösnicher Kollege Winfried Gassen stößt in das gleiche Horn. "Wir sind alle sehr zufrieden", sagt er. Die Wege seien kurz. Wenn er etwas wolle, rufe er Wilfried Pazen an. Natürlich könne bei drei Orten nicht alles umgehend erledigt werden. Vieles sei aber auch planbar. "Da brauche ich ja gar nicht viel zu sagen", meint der Zeltingen-Rachtiger Kollege Manfred Kappes, vom TV mit den Aussagen konfrontiert. Wenn die Nachbarn zufrieden seien, sei das ein gutes Zeichen.
Er und Winfried Gassen betonen noch zwei weitere Aspekte. Manche Arbeiten dürften wegen der Sicherheitsaspekte nur zu zweit gemacht werden. Und manche Arbeiten, für die vorher eine Firma beauftragt werden musste, könnten in Eigenregie erledigt werden.Entlastung der Gemein


Im Idealfall wird irgendwann auch Geld gespart. Mittelfristig rechne er mit einer Entlastung der Gemeinden, sagte Leo Wächter 2013. Es sei aber noch zu früh, jetzt eine Rechnung aufzumachen, heißt es aus den Orten. Auch Günter Wagner, Kämmerer der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues, kann in dieser Hinsicht noch nicht viel vermelden.
Speziell bei den Geräten und Maschinen werden sich das aber bemerkbar machen. Für Leo Wächter ist aus dem Modellprojekt eine Geschichte geworden, die auch andernorts umsetzbar ist. Zwischen Monzelfeld und Longkamp gab es in dieser Hinsicht sogar schon 2012 Gespräche (der TV berichtete). "Das ist dann irgendwie wieder eingeschlafen", sagt Leo Wächter. Auch in der ehemaligen Grafschaft Veldenz wachsen erste zarten Pflänzchen.