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Es riecht nach Pferd, Leder und Rindenmulch

Es riecht nach Pferd, Leder und Rindenmulch

Auf der Freilichtbühne in Mörschied wird in diesem Jahr "Im Tal des Todes" nach Motiven von Karl May gezeigt. Die Vorstellungen sind jeweils am Wochenende.

Mörschied (red) Zwölf Hauptrollen, drei Kleindarsteller, 35 Statisten und 15 Pferde kommen auf der Freilichtbühne Mörscheid jedes Wochenende zum Einsatz. Bei den Karl-May-Festspielen wird in diesem Jahr "Im Tal des Todes" nach Motiven von Karl-May gezeigt. Alle Akteure sind mehr oder weniger Karl-May-Fans, was sie jedoch am meisten verbindet, ist die Freude am Amateurtheater, vor Publikum hautnah zu spielen und das gemeinsame Miteinander zu erleben, was für das Zusammenwirken und Gelingen der Aufführung wichtig ist. Es treffen sich Begeisterte aus der gesamten Region und scheuen auch keine weiten Anreisewege, um in Mörschied Freilichtbühnenluft zu schnuppern.
Die Missionsstation der Paloma Nakana im texanisch-mexikanischen Stil, das berüchtigte Quecksilberbergwerk und die mexikanische Cantina der Senorita Miranda sowie auch die Tipis des Indianerdorfes dienen als Kulisse für die Proben. Es riecht nach Pferd, Leder und Rindenmulch, mit dem die gut 200 Meter lange Freiluftspielfläche ausgelegt ist. Die vier Vorstandsmitglieder Hans-Joachim Klein, Eric Nisius, Marcel Gillmann und Alexander Klein berichten: "Alles handgemacht mit viel Arbeit und Selbstdisziplin für Akteure wie auch für die Pferde. Wir sind allesamt Schauspiel-Amateure, die mit viel Herzblut die Story erarbeiten, proben, Kostüme designen, das Bühnenbild planen und erstellen", sagt Hans-Joachim Klein, der erste Vorsitzende des Vereins und auch Old Shatterhand-Darsteller mit Leib und Seele. "Über 25 Jahre begleitet mich diese Rolle schon und sie ist immer wieder von Neuem meine Lieblingsrolle."
Der Hauptschurke im diesjährigen Stück ist Roulin, ein skrupelloser Geschäftemacher und Menschenausbeuter, der gemeinsame Sache macht mit der giftigen Cantina-Wirtin Senorita Miranda. Die Rolle dieses Bösewichts hat Marcel Gillmann übernommen. Er hat in diesem Jahr mehrfache Last zu tragen, denn zum ersten Mal führt er auch Regie, hat das Textbuch geschrieben und spielt auch diese tragende Rolle. "Es ist eine große Herausforderung, gleichzeitig selbst darzustellen, sich in eine Rolle hineinzudenken, und parallel dazu aber auch alle anderen Rollen nachzuempfinden, um prüfen zu können, ob Agitation und Sprachbetonungen passen", berichtet er von seinen ersten Erfahrungen als Regisseur. "Aber nichtsdestotrotz macht es Riesenspaß."
Eine nicht minder schwere Aufgabe obliegt dem Darsteller des Marikopa-Häuptlings "Eiserner Pfeil". Denn diese Rolle erfordert es, einen durch Alkohol und schlechte Gesellschaft auf die schiefe Bahn geratenen Indianerhäuptling darzustellen, der sich von gewissenlosen weißen Banditen einnehmen lässt, im Grunde jedoch ein gutes Herz besitzt und sich schließlich von Old Shatterhand und Winnetou vom Guten überzeugen lässt. In diese Rolle schlüpft der blonde, hellhäutige Alexander Klein, der durch eine professionelle Maskenbildnerarbeit zur Rothaut mit pechschwarzem langen Haar und Kriegsbemalung wird. Seine muskulöse Figur unterstreicht die Wirkung, die er als "Eiserner Pfeil" sicher nicht verfehlen wird. "Es macht mir Riesenspaß, solch schwierige Persönlichkeiten darzustellen", unterstreicht Klein seine Schauspiel-Passion.

Gespielt wird jeden Samstag ab 20.15 Uhr und Sonntag ab 15 Uhr. Einlass ist jeweils 90 Minuten vor Beginn. In den Gebäuden der Westernstadt ist für das leibliche Wohl der Gäste vorgesorgt. Parkplätze sind Richtung Sportplatz Mörschied zu erreichen. Kartenbuchungen online <%LINK auto="true" href="http://www.karl-may-moerschied.de" text="www.karl-may-moerschied.de" class="more"%> und über die Tickethotline 0651/9790777.