Es sprudelt wieder
Bettenfeld · Lange Zeit war er zugeschüttet, seit einigen Wochen ist er ein Schmuckstück im Prembachtal: Der Dreis- oder Dreesborn bei Bettenfeld. Das kohlensäurehaltige Wasser ist in seiner Zusammensetzung sogar handelsüblichem Sprudel ähnlich. Schon 1811 war die Quelle in geologischen Karten verzeichnet.
Bettenfeld. Als die Eifel noch Teil des napoleonischen Frankreichs war, war bereits eine Quelle als "Eau Minérale" in einer Karte nahe Bettenfeld eingetragen. Ihr Wasser eignete sich wegen seines hohen Kohlensäureanteils hervorragend zum Backen. Gestautes Grundwasser tritt dort über eine Verwerfung im unterdevonischen Schiefer, der über 400 Millionen Jahre alt ist, an die Oberfläche.
TV-Serie Landmarken
Martin Koziol, Geologe und Leiter des Maarmuseums sagt: "Beim Bettenfelder Dreisborn handelt es sich um eine stetig sprudelnde, mineralhaltige Quelle. Analysen weisen einen erhöhten Kohlensäuregehalt nach, und erlauben, das zehn Grad Celsius kalte Wasser als Säuerling zu bezeichnen."
Die chemische Zusammensetzung des Wassers aus der Quelle ähnelt der von anderen Sprudelquellen in der Eifel. Es enthält viel Natrium, Kalium, Chlorid, Hydrogencarbonat und wenig Magnesium und Calcium. Der ockerfarbene Schlamm im Brunnen entsteht durch aus dem Schiefer gelöstem Eisen (siehe Extra). Der Kohlensäuregehalt, den man an den aufsteigenden Blasen leicht erkennt, ist vulkanischen Ursprungs. Koziol erklärt: "Somit gehört diese Quelle auch zur Mosenberg-Reihen-Vulkangruppe."
Ursprünglich hatte der Brunnen einen Durchmesser von 78 Zentimetern und eine Höhe von 120 Zentimetern. Teilweise ist er noch in dieser Höhe erhalten. Ein kleines Mundloch an der Vorderseite sorgt dafür, dass mehr Wasser aus der Quelle gefördert werden kann, bisher sind es 30 Liter pro Stunde. Dazu der Geologe: "Die Schüttmenge des Wassers richtet sich nach dem Wasserdruck und somit nach der Höhe des Wassers. Wenn das Wasser im Brunnen bis zum Rand steht und nicht abläuft, kann kein Wasser mehr aus der Quelle nachlaufen."
Beim Wegebau zugeschüttet
In den 1950er Jahren wurde die Quelle beim Wegebau zugeschüttet. Erst in den 90er Jahren hat sich der Geologe Joachim Brauer wieder auf die Suche nach ihr gemacht, und sie mit Hilfe der Brüder Werner und Josef Zens und Wolfgang Roden, die sich noch ungefähr an den Ort der Quelle erinnern konnten, gefunden. Heute ist der frisch renovierte Brunnen, der 1,25 Kilometer südöstlich vom Vulkanerlebnispark Mosenberg liegt, für Wanderer von Bettenfeld aus über die Mosenberg-Vulkane, den Horngraben runter Richtung Auf Pueich im Prembachtal zu erreichen.
Die Quelle ist nun überdacht, mit zwei Sitzgelegenheiten und einer Infotafel ausgestattet sowie behindertengerecht gestaltet.
26 000 Euro hat die Maßnahme gekostet, die zu 80 Prozent aus Mitteln des Natur- und Geoparks Eifel bezuschusst wurde. Einzig das frisch eingesäte Gras muss noch wachsen, um den Rastplatz endgültig in die Landschaft einzubetten. chb
Extra
Unter Landmarken versteht man außergewöhnliche Formationen im Gelände, die zum Beispiel Wanderern zur Orientierung dienen. In der Serie "Landmarken der Region" werden solche Objekte im Landkreis Bernkastel-Wittlich vorgestellt. Dabei kann es sich um natürliche, aber auch um vom Menschen geschaffene Wahrzeichen handeln, deren Geschichte und Eigenschaften erläutert werden. red