Es steht viel auf dem Spiel
Am 5. Juni wird im Amtsgericht Bernkastel-Kues weiter gegen Hans Werner Schmitt verhandelt. Im Mittelpunkt steht aber erst einmal Verwaltungsmitarbeiter Rainer Blasius.
Bernkastel-Kues. Im Prozess gegen Hans Werner Schmitt, den ehemaligen Bürgermeister der Verbandsgemeinde Neumagen-Dhron, geht es nicht mehr darum, ob am 23. August 2006 die Sitzung des Arbeitskreises "Sanierung der Grundschule St. Helena Neumagen-Dhron" per Handy mitgeschnitten wurde. Es geht nun darum, ob Rainer Blasius, damals der wahrscheinlich letzte loyale Mitarbeiter Schmitts, dieses aus eigenem Antrieb tat oder auf Anordnung seines damaligen Vorgesetzten. Wie berichtet (TV vom 24. Mai), hat Blasius, der am Mittwoch als Zeuge auftrat, die Schuld auf sich genommen. Staatsanwalt Arnold Schomer kommt dies merkwürdig vor. Blasius habe am 21. September 2006 bei der Vernehmung durch zwei Polizeibeamte zugegeben, den Mitschnitt nach Aufforderung von Hans Werner Schmitt angefertigt zu haben. An diese Aussage kann sich Blasius nicht erinnern. Bei der Prozess-Fortsetzung am 5. Juni sollen die Polizisten vernommen werden.Blasius tat sich schwer, blieb klare Antworten oft schuldig. "Ich bin mit meinem Latein langsam am Ende. So etwas habe ich selten erlebt", sagte Richter Oliver Emmer, als es wieder einmal an Klarheit fehlte.Für Blasius steht viel auf dem Spiel. Der Staatsanwalt wies den 39-Jährigen eindringlich darauf hin, dass eine falsche Aussage ihn seinen Job kosten kann. Blasius steht auch im Fadenkreuz von Schmitt-Anwalt Robert Nieporte, der natürlich die Unschuld seines Mandanten beweisen will.Neben Blasius wurden zwölf weitere Zeugen gehört, allesamt Teilnehmer der Sitzung, unter ihnen Wolfgang Arens der mit der Frage "Wird hier mitgeschnitten" den Stein ins Rollen brachte.Für einige von ihnen steht fest: Schmitt gab die Aufforderung zum Mitschneiden. "Blasius war Schmitt hörig, bis ins Kleinste", sagte Helmut Ludwig, erster Beigeordneter der VG. Genau diesen Vorwurf hinterfragte Anwalt Nieporte, um in Erfahrung zu bringen, ob Blasius nicht auch selbstständig und kreativ handeln kann. Schmitt stritt jede Beteiligung ab. Er habe Blasius erst nach der Sitzung zum Hergang befragt.Blasius: Aufnahme ist gelöscht worden
Strittig ist auch, wem die Frage "Kann ich das Gerät jetzt ausschalten?" galt. Blasius habe dabei Schmitt angeschaut, so die Mehrzahl der Zeugen. Einige wollen auch ein Nicken Schmitts bemerkt haben. Blasius habe nur in die Runde hinein gefragt, sagte Schmitt. An ihn sei die Frage nicht gerichtet gewesen.Und was ist aus dem Mitschnitt geworden? Schmitt und Blasius haben ihn sich gemeinsam angehört. Es sei aber nichts zu hören gewesen. Deshalb habe er die Aufnahme gelöscht, sagte Blasius. Ein Zeuge will aber Wortfetzen vernommen haben, als Blasius das Handy bediente. Auf Antrag von Anwalt Nieporte soll untersucht werden, ob das Gerät für einen Mitschnitt geeignet war.