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Es tut sich was für den Pferdesport

Es tut sich was für den Pferdesport

Eine große Rolle in der Reiterszene der Region hat jahrzehntelang der Wittlicher Reitverein gespielt. Nach der Insolvenz ist er noch nicht wieder auf die Beine gekommen. Karl-Heinz Ruppert will das ändern und sucht engagierte Gleichgesinnte. Derweil hofft der Vorstand auf einen neuen Pächter für die Anlage.

Wittlich. "Man kann doch nicht einfach zusehen, wie der Reitverein wegstirbt." Das sagt Karl-Heinz Ruppert. Der Name des Bauunternehmers aus Esch hat Gewicht in der Reitwelt. Sein von ihm trainierter Sohn Jörg ist einer der besten Springreiter weit und breit. Beim letzten Turnier der Saison in Trier hat der 34-Jährige beim schweren S-Springen als Amateur sogar Olympiateilnehmerin Katharina Offel hinter sich gelassen.
Damit bringt er eine Wittlicher Institution in die positiven Schlagzeilen: den Reit- und Fahrverein (RFV) Wittlich, für den Jörg Ruppert immer noch an den Start geht, seit dem er dort mit acht Jahren in der Halle seine ersten Sporen verdiente. "Einen Wechsel wollen wir nicht. Wir bleiben aus Tradition dabei", sagt sein Vater, selbst im RFV und seit rund 40 Jahren Mitglied ist und sagt: "Da läuft rein gar nichts. Der Verein muss wieder auf eigene Füße kommen, sonst steht er vor der nächsten Insolvenz." Persönlich könnte ihm das egal sein: Zu Hause hat er alles, was man für den Pferdesport braucht und nutzt das auch.: "Aber man hängt ja an so einem Verein. Wichtig ist, dass man kompetente Leute findet, die Interesse am Verein haben und was bewirken wollen. Man muss klein anfangen. Das kostet sicher Geld, aber es sind auch Möglichkeiten da, die man besser nutzen könnte."
Derzeit liegen Turnierplatz und die kleineren Plätze daneben, alles noch im Vereinsbesitz geblieben, brach. Halle und Stallungen wurden 2011 im Zuge der Insolvenz verkauft.
Mit dem neuen Besitzer, der auch die Tennishallen kaufte, kamen auch Pächterwechsel plus Bauarbeiten, zuletzt weil die Kreisverwaltung im April wegen zu kleiner Boxen für die Tiere den Betrieb untersagt hat (der TV berichtete).
Der Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins Fritz Mayr allerdings hat Hoffnung: "Wenn ein neuer Pächter da ist, kann auch wieder Reitbetrieb sein." Ein bekannter Name aus dem Dressurbereich ist im Gespräch. "Das wäre ein sehr guter Reitlehrer", meint Mayr, der hofft, dass sich dann auch etwas für den Verein tut. Was das alles genau sein wird, ist noch unklar. Der Vorsitzende sagt auch: "Diese Jahr war gar nix, momentan liegt alles brach. Aber wir sind aus der Insolvenz raus und seit Mitte des Jahres auch wieder im Vereinsregister beim Amtsgericht eingetragen und damit geschäftsfähig. Aber dann gab es keinen Pächter mehr."
Und was steht offiziell von Vereinsseite, der laut Mayrs Schätzung noch 100 Mitglieder hat, jetzt an? Eine Weihnachtsfeier werde es nicht geben, aber eine Neujahrszusammenkunft. Eine zunächst für Ende des Jahres angedachte Mitgliederversammlung mit Vorstandsneuwahl solle ebenfalls Anfang 2013 sein. Bis dahin gebe es dann hoffentlich auch mehr Klarheit in Sachen Pächter und möglichen Reitbetrieb, weil man dann eine Perspektive habe.
Karl-Heinz Ruppert dauert das zu lange. "Ich will einfach Leute motivieren, irgendetwas aufzubauen", sagt er und schlägt als ersten Schritt ein offenes Treffen im Wittlicher Casino, Freitag, 7. Dezember, 20 Uhr, vor. Er hofft, dort Mitstreiter für den Traditionsverein zu finden.