Es tut sich was im Tal

BERGWEILER. (ks) Jahrelang haben sie jeden Groschen gespart, jetzt wird das Geld ausgegeben: Die Frauen- und Müttergemeinschaft Bergweiler finanziert die Renovierung der barocken Fintenkapelle.

Lange Jahre haben die Mitglieder der Katholischen Frauen- und Müttergemeinschaft nicht locker gelassen. Jede erarbeitete und gesammelte Mark, ob beim Basar, bei Strickabenden oder Dorffesten, wurde auf dem Sparbüchlein "gehortet", für die Renovierung der Fintenkapelle. Jetzt haben sie so viel zusammen, dass Fachleute die Turmreparatur und Dacheindeckung vornehmen können. Es folgen Putz und Anstrich. Die Fintenkapelle ist für den ersten Bauabschnitt eingeschalt. "Aber auch innen muss sich viel tun", so Kurt Eckstein, der als pensionierter Architekt mithilft. Bänke, Altar und Motivtafeln sollen total überarbeitet werden. Später muss dann ein Gitter angebracht werden, um die restaurierten Kostbarkeiten zu schützen. Bergweilers Kleinod soll rechtzeitig zur Fintenwallfahrt am ersten Sonntag im August wieder in neuem Glanz erstrahlen. "Was jetzt noch fehlt, sind die restlichen Gelder für den letzten Bauabschnitt, die Innenrenovierung und vor allem fleißige Hände, die mithelfen", so Maria Molitor, die Chefin der Frauen- und Müttergemeinschaft. Die Kapelle hat viele Wirren und Unbillen der Zeit, zwei Weltkriege und mit ihnen mindestens 13 Bomben in unmittelbarer Nähe überstanden. Die Fintenmadonna in der alten Wallfahrtskapelle zur Ehre der Muttergottes wird von alters her besonders zum Beistand kranker Kinder bei allen Gebrechen und auch für den unerfüllten Kinderwunsch angerufen. Die Muttergottes ist erstmals 1656 urkundlich erwähnt. Nach einem Gelübde der Eheleute Hubertus Finten und Elisabeth, geborene Follmann, wurde sie 1717 im Barockstil neu erbaut. Die Familie hatte der katholischen Pfarrgemeinde Bergweiler ihre Wiese mit der Kapelle unter der Bedingung einer jährlichen Messe am Helenentag übertragen. Das ist auch der Ursprung der "Fintenprozession" am ersten Sonntag im August von der Pfarrkirche Bergweiler zur Kapelle. Schon der Eifeldichter Peter Kremer war begeistert von der Gnadenkapelle. Er erzählt in seiner "Chronik der Fintenkapelle" von seinem sonntäglichen Spaziergang und der Begegnung in der Kapelle mit einer Pilgerin, die ihm ihr Leid klagte: "O, hör dat Joseppchen is seit drei Woche gelähmt, von den Zahnkrämpf hat er's zurückbehalten. Nun hab' ich mir einen Gang gelobt zur Muttergottes von Finten. Sie muß mich erhören!"