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Es waren einst Fichten, und jetzt kommt die Lärche

Es waren einst Fichten, und jetzt kommt die Lärche

22 Jahre nach Zunftbaum Nummer eins soll am Wochenende Nachfolgemodell Nummer drei mit Hilfe der Böllerschützen eingeweiht werden. Sechs Jahre lang war der Wittlicher Stadtteil zunft- und maibaumlos.

Wittlich-Neuerburg. (sos) "Wir glauben, er sieht gut aus. Und alles ist selbst gemacht!", sagt Jürgen Eltges. Immerhin haben an dem neuen Hingucker im Stadtteil die Männer mitgearbeitet, die von sich selbst sagen: "In jedem Manne steckt ein Kind, man muss sie nehmen, wie sie sind. Sie schießen hier mit lautem Knall, die Böller ab auf jeden Fall." Und die Böllerschützen haben sich auch einen Reim darauf gemacht, warum der Maibaum des Heimatvereins vom 1. Mai 1986 im Oktober 1994 beim Abbau in "tausend Teile" zerbrach, und dann auch noch dessen Nachfolger aus 1995 wieder im Oktober, diesmal im Jahr 2002, durch Sturm Kyrill zerstört wurde: Es lag womöglich am Fichtenholz. So wurde im Frühjahr 2007 auf Neuerburger Gemarkung eine 20-Meter-Lärche gefällt. Immerhin wird ihr zu ihrem 40. Geburtstag die Ehre zuteil, Neuerburg zu schmücken. Und da nimmt man es genau: Erinnert sei an den Stadtteil-Tadel zu einem Weihnachtsbaum, der für Schlagzeilen sorgte.Der aktuellen Baumdame wurde eine Schönheitskur gegönnt: Ihr Stamm wurde behandelt, gelackt, Metall maßgeschmiedet, ein Collier entworfen, bestückt mit "Neuerburger Juwelen" in reinster Handarbeit. Sie sind naturgemäß den Böllerschützen gewidmet sowie den Bauern, Bäckern und Schnapsbrennern im Ort. Zig Arbeitsstunden und 2500 Euro stecken in dem Projekt, dazu hoffen Heimatverein und Böllerschützen auf einen RWE-Zuschuss und auf Zuspruch aus Neuerburg: Am Samstag, 24. Mai, wird ab 17 Uhr rund um das neue Schmuckstück gefeiert: Um 19 Uhr ist dazu Böllerschießen. Der Frühschoppen am Sonntag startet um 10.30 Uhr. Für Musik, Verpflegung und Sitzgelegenheiten ist gesorgt.