Essen top, Kleidung flop

Das Weihnachtsgeschäft ist für den Einzelhandel die wichtigste Zeit im Jahr. Das trifft vor allem auf die Lebensmittelmärkte zu. Alle anderen Wittlicher Geschäftsleute ziehen ein eher durchwachsenes Fazit. Vor allem Winterkleidung war ein Ladenhüter. Die Zeit zwischen den Jahren nutzen viele Menschen, um unpassende Geschenke umzutauschen.

Wittlich. Das T-Shirt hat die falsche Farbe, die Jacke ist zu klein, das Parfüm hat nicht den gewünschten Duft. Vor allem an den ersten Tagen nach Weihnachten treibt es viele Menschen in die Wittlicher Geschäfte, um die Geschenke umzutauschen, die nicht ganz den eigenen Geschmack getroffen haben.

Winfried Bungert, Leiter der Modeabteilung im Bungert-Einkaufszentrum, sagt: "Das Weihnachtsgeschäft lief eher mittelmäßig." Den Grund sieht er beim Wetter. "Es war einfach zu warm, um Wintersachen zu verkaufen." Dafür seien jetzt deutlich mehr Kunden unterwegs. "Viele haben jetzt frei und nutzen das auch zum Einkaufen aus."
Um den Umtausch von Geschenken besser abwicklen zu können, hat Bungert eine Umtauschstation eingerichtet - dort wo vor Weihnachten die Geschenke eingepackt wurden. Zwei zusätzliche Mitarbeiter hat er dazu eingestellt. "Das soll vor allem die Kassiererinnen entlasten."

Ganz anders sah es in den Tagen vor Weihnachten in der Lebensmittelabteilung von Bungert aus. Winfried Bungert: "Gegessen wird zu Weihnachten natürlich immer gut - egal, wie warm es ist."
In der Wittlicher Innenstadt war vor allem am Montag mehr los als an anderen Tagen. Auch in den vielen Geschäften buhlten die Kunden um die Aufmerksamkeit der Verkäufer. Der Juwelier von Rötel ging regelrecht in Arbeit unter. "Wir haben viel Stress - alle wollen ihre Geschenke anpassen lassen", sagt Geschäftsführerin Annette von Rötel und wendet sich dann wieder den Kunden zu. Ähnlich sieht es bei Sport Schmitz aus. Der zu kleine Trainingsanzug, das falsche Fußballtrikot: Momentan sei keine Zeit, Fragen zu beantworten. Zu viele Kunden würden ihre Geschenke umtauschen.
Gregor Fischer, Inhaber der Parfümerie Fischer, hatte in der Vorweihnachtszeit weniger Betrieb als in den Vorjahren. Das führt Fischer vor allem auf das Internet zurück. "Vor allem die Jüngeren bestellen nur noch online." Das stelle den gesamten Einzelhandel vor eine große Herausforderung. "Und das geht natürlich auch nicht an meinem Geschäft spurlos vorbei."

Positive Stimmen gibt es aus der Altstadtbuchhandlung. Inhaberin Claudia Jacoby sagt: "Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft." Viele Kunden hätten ihre Bücher über das Internet bestellt, sich diese aber nicht zuschicken lassen, sondern persönlich in der Buchhandlung abgeholt.
Laut Winfried Bungert wird die stressigere Zeit noch bis etwa Ende kommender Woche andauern. Dann sind die Silvesterknaller gekauft und auch die meisten Umtauschaktionen über den Tisch gegangen. Geht es nach ihm, hat er für das nächste Weihnachtsfest einen ganz einfachen Wunsch - zumindest aus beruflicher Sicht. "Etwas kälter darf es schon sein."