Europa, deine Grenzen

Rund 300 Gäste folgten der Einladung der CDU-Europaabgeordneten Christa Klaß zur Europamatinée im Kloster Machern.

Bernkastel-Kues. Schönrederei ist bei der luxemburgischen Europaabgeordneten Astrid Lulling nicht angesagt. "Wir sind in Europa mit einer ganzen Reihe von Problemen konfrontiert", räumt die Gastrednerin der Europamatinée im Kloster Machern ein. Doch so sehr die Sichtweisen zu Weinqualität oder Biodiesel auch schon mal differierten - in den entscheidenden Punkten seien alle Länder einer Meinung. Annährend 300 Gäste, vorwiegend CDU-Mitglieder, sind der Einladung der Europaabgeordneten Christa Klaß gefolgt, darunter auch Richard Groß, Vorsitzender der Initiative Region Trier, der ebenfalls eine Lanze für die EU bricht, allein schon mit Blick auf die Realisierung der jüngsten grenzüberschreitenden Projekte, wie gemeinsame Feuerwehrhäuser oder Kläranlagen. Groß hofft zudem, dass für die Bezeichnung "Großregion" Ersatz gefunden wird. "Eine Marke muss einen Namen haben", plädiert er für die Rückkehr zu "Saar-Lor-Lux" wie einst.Im Anschluss sind alle eingeladen zum Gedankenaustausch, bei dem Europa weiter im Mittelpunkt steht. Solche Begegnungen könne es gar nicht genug geben, begrüßt Professor Waldemar Hartmann (Daun) die Matinée als eine "Werbeaktion für Europa". Hans Walter Schmitt (Konz) regt mit Blick auf das positive "grenzüberschreitende Miteinander" eine stärkere Integration von Partnerschaften an. Angesprochen auf seine persönliche Meinung zu Europa, spricht sich Christoph Moseler aus Zeltingen-Rachtig dafür aus, dass die Länder näher zusammenwachsen. Dass sich einzelne Mitglieder wie etwa bei der Euro-Einführung aussuchen könnten, woran sie sich beteiligen wollten und woran nicht, sei seiner Ansicht nach falsch - "entweder, oder". Ein anderer junger Mann aus Luxemburg schätzt an Europa vor allem Herausforderungen wie die des Multikulturalismus. Aber auch die "gigantische Friedenszeit" sei etwas Besonders, betont Jérôme Lulling. Vielen sei gar nicht bewusst, "wie toll Europa ist", verweist der Neffe der Gastrednerin auf die grundsätzliche Wichtigkeit des Dialoges. Ein früherer Mitarbeiter seiner Tante kritisiert den Widerspruch der jüngsten EU-Geschichte. Einerseits solle Europa "politische Schicksalsgemeinschaft" sein, was bedeute, sich zu definieren, also auch Grenzen zu haben. Andererseits werde Europa immer größer und folglich auch immer undefinierbarer, erklärt er den "gefährlichen Widerspruch". Europa müsse seine Ziele klar definieren und eine Wahl treffen: Offen sein wie eine Uno oder eine Identität haben, die nun einmal zwischen manchen Ländern eher gegeben sei als bei anderen.