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Europastraßen werden nicht als solche ausgeschildert

Meinung : Warum ruft keiner in Brüssel an?

Fehlende Schilder sorgen bereits in Belgien für Verwirrung, wenn Autofahrer von Antwerpen nach Frankfurt fahren wollen. Statt Richtung B 50 neu geleitet zu werden, wird bei Battice in der Nähe von Lüttich nur Saarbrücken als Fernziel genannt. Das schreckt Autofahrer ab, die dann doch die alte Route über Aachen und das Rheintal verwenden.

Der Bau der B 50 neu ist ein Mammutprojekt des Straßenbaus in Rheinland-Pfalz gewesen: Hunderte Millionen Euro wurden in den Lückenschluss zwischen der Eifel und dem Rhein-Main-Gebiet gesteckt, um dem europäischen Fernverkehr zwischen den Containerhäfen an der Küste bei Antwerpen und den vielen Firmen und Fabriken im Rhein-Main-Gebiet eine alternative Route zu bieten, auf der weniger Stau herrscht als im Rheintal.

Aber südlich von Lüttich steht ein Schild, das anstelle Richtung Frankfurt und Saarbrücken immer noch „nur“ nach Saarbrücken weist und Autofahrer davon abschreckt, die richtige Abfahrt zu nehmen.

Die B 50 neu wurde als wichtige Europäische Fernstraße angekündigt und wird - zumindest auf deutscher Seite - auch als eine solche wahrgenommen.  Deshalb wäre es auch sinnvoll, sie richtig und vor allen Dingen länderübergreifend auszuschildern. Aber das ist bislang noch nicht passiert. Vielleicht nimmt ja doch irgendwann mal jemand den Telefonhörer in die Hand und ruft in Brüssel an, um den belgischen Kollegen Bescheid zu geben, dass man nun schneller nach Frankfurt kommt.

hp.linz@volksfreund.de