Ex-Arbeitgeber erpresst: Amtsgericht Wittlich vertagt Verhandlung

Ex-Arbeitgeber erpresst: Amtsgericht Wittlich vertagt Verhandlung

Das Amtsgericht Wittlich hat am Donnerstag den Prozess gegen eine 56-jährige Frau aus dem Vulkaneifelkreis vertagt. Sie muss sich wegen des Vorwurfs der versuchten Erpressung, falschen Verdächtigung, üblen Nachrede und fahrlässigen Gefährdung des Straßenverkehrs verantworten.

Zwar räumte die Angeklagte vor Gericht die Vorwürfe ein, allerdings fehlte bei der Verhandlung die psychiatrische Sachverständige, die Aussagen über die Schuldfähigkeit der 56-Jährigen machen soll. Die Angeklagte hatte im August 2011 in drei Briefen einen Senioren fälschlicherweise sexueller Übergriffe bezichtigt. Zuvor war sie als Haushaltshilfe auf Probe bei dem 86-Jährigen beschäftigt gewesen, hatte aber keine Festanstellung bekommen. In dem letzten der drei Briefe forderte sie von ihrem Ex-Arbeitgeber dann 25.000 Euro "Schmerzensgeld" - und drohte andernfalls mit einer Anzeige bei der Polizei. Als das Geld ausblieb, ging sie tatsächlich zur Polizei.

Zudem war sie im August 2012 auf der Straße zwischen Hasborn und Oberscheidweiler in einen Sekundenschlaf gefallen und deswegen mit ihrem Fahrzeug auf die Gegenfahrbahn geraten. Dort kollidierte ihr Auto mit einem entgegenkommenden Lastwagen, an dem LKW entstand ein Schaden von 4000 Euro. Der Sekundenschlaf sei für die Beschuldigte vermeidbar gewesen, betonte Oberstaatsanwalt Hans-Peter Hemmes.

Die Angeklagte legte über ihren Verteidiger Jörg Mühlenfeld ein umfassendes Geständnis ab. Seine Mandantin leide seit vielen, vielen Jahren an einer extremen Medikamentenabhängigkeit und sei nicht Herr ihrer Sinne gewesen. Deswegen sollte auch eine Gutachterin in dem Prozess zur Schuldfähigkeit der Frau gehört werden. Da diese allerdings nicht zu der Verhandlung am Donnerstagnachmittag kommen konnte, vertagte das Gericht den Prozess.