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Experten-Votrag in Wittlich: Innovative Konzepte für den ÖPNV

Experten-Votrag in Wittlich: Innovative Konzepte für den ÖPNV

Mit Heiner Monheim, ehemals Professor an der Universität Trier, hat die Bürgerinitiative Pro-Mosel zum Thema Öffentlicher Personennahverkehr einen renommierten Experten für das Thema ÖPNV eingeladen. Monheim referierte in Wittlich.

Wittlich. Nachdem in der Nachkriegszeit der Fokus auf die Straßen gelegt wurde, so Heiner Monheim in seinem Vortrag in Wittlich, bekommen heute der öffentliche Verkehr und Fahrradverkehr wieder mehr Marktanteile. Innovative Konzepte unterstützen ihre Förderung.
Der Busverkehr könne mit der Einführung eines Halbstundentakts, vielen neuen Haltestellen und klar strukturierten Liniennetzen attraktiver gemacht werden. Für den überörtlichen Verkehr brauche man Qualitätsprodukte wie den Regio-Bus oder Plusbus mit einem Taktfahrplan und enger Verknüpfung mit der Schiene. Dann könne auch im ländlichen Raum viel Autoverkehr ersetzt werden. Zu den innovativen Konzepten gehörten auch Rufbus und Bürgerbus.
Monheim wies nachdrücklich darauf hin, dass ÖPNV nicht nur Schülerverkehr, sondern auch Freizeit- und Tourismusverkehr und Einkaufsverkehr bedienen muss. Um das Angebot zu verbessern, müssten sich die Kommunen vor Ort mit Bürgerbussen, Stadtbussen, Anrufsammeltaxen, Fahrradabstellmöglichkeiten an Haltestellen und in den Ortskernen und attraktiven Radwegen engagieren. Auch die Kreise müssten ihre Prioritäten den neuen Herausforderungen anpassen.
Speziell zu diesem Thema äußerten sich Leo Wächter von der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues und Stephan Lequen, Stadtratsmitglied der Grünen in Wittlich. In der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues, so Leo Wächter, habe man beschlossen, das Seniorentaxi gemeinsam mit der Nachbargemeinde Morbach und mit Hilfe des DRK durch ein Rufbussystem zu ersetzen. Die Stadt Wittlich, so Stephan Lequen, habe unlängst einen Verkehrsvertrag für den Stadtbus Wittlich abgeschlossen (der TV berichtete). In Wittlich könne man, so Monheim, mit einigen Verbesserungen im Jahr 500 000 zahlende Fahrgäste erreichen.
Als eine für die Südeifel interessante Idee stellte der Wissenschaftler das Projekt Kombibus vor, bei dem in den Bussen neben Menschen auch Güter befördert werden. Das habe sehr positive Effekte auf Hotellerie und Lebensmittelhandel gehabt, weil Gepäcktransport mit Bussen dem Fahrradtourismus helfe und kleine Lebensmittelläden durch die Belieferung durch Busse unabhängiger würden. Zum Schluss seines Vortrags ging Monheim auf das Bürgerticket ein, mit dem die Abopreise im ÖPNV stark vergünstigt werden könnten, was zu einer viel höheren Nachfrage führe. red