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Expressionistische Kindergarten-Maler

Expressionistische Kindergarten-Maler

Die Kunstgalerie Faust bietet jetzt kleinsten Künstlern ein großes Forum: Fünf Kindergarten-Nachwuchsmaler zeigen ihre Werke "Auf den Spuren der Expressionisten Franz Marc und Henri Matisse" ab Sonntag, 3. März, am Nikolausufer.

Bernkastel-Kues. "Die Maus ist mein Lieblingskuscheltier", sagt Julius und zeigt auf sein Aquarell-Werk mit "seiner" bekannten Maus aus dem Fernsehen.
Anne hatte ihre Familie mit Filzstift gemalt, anschließend ausgeschnitten und aufgeklebt. Dennis mag als Junge ganz klar die Motive mit "den harten Kerlen": "Hier reitet ein Cowboy durch die Wüste, fällt vom Pferd in die Kaktus-Stacheln", der kleine Maler lacht. "Ganz schön schwierig war das", seufzt Eva, als sie erläutert, wie sie mit einer Schere aus Papier eine Schnecke geschnitten hat.
Einen bunten Teppich und den Wintergarten mit der Familie hat Mara auf Papier gebracht. Alle fünf Kinder sind in der Malgruppe "Kunterbunt" vom Kindergarten auf dem Kueser Plateau.
Projekt ist Abschlussarbeit



Ihnen steht eine große Ehre ins Haus: "Wir werden unsere Bilder in einer richtigen Galerie allen Menschen zeigen", erklärt Anne.
Zu verdanken haben die Kinder aus Bernkastel-Kues und Wittlich das Simone Hillebrand, die Erzieherin im Anerkennungsjahr ist und dieses Malprojekt als Abschlussarbeit präsentiert.
"Zusammen mit der ganzen Kindergartengruppe besuchten wir eine Ausstellung in der Galerie Faust und im Stadtmuseum Trier." Dabei sei die Begeisterung der Jungmaler aufgefallen. "Im Rahmen der sogenannten Kreativförderung haben wir Kunstwerke betrachtet und die Mädchen und Jungs durften sich aussuchen, welche Künstler wir weiterbearbeiten wollten." Heraus kamen die Expressionisten Marc und Matisse.
Mit Zuckerkreide, Öl-Pastell-Farben, Acryl, Filzstift, Wachsmalern und Papierschnipseln wie auch "strengen Formen" aus Papier haben die "Nachwuchs-da Vincis" sich gut zwei Monate an ihren Staffeleien kreativ "ausgetobt".
So konnten sie sich Postkarten mit Matisse-Motive aussuchen, diese aufkleben und dann quasi "drum herum" mit ihren Ideen ein Bild füllen. Das Experimentieren mit unterschiedlichen Farben und Formen war ein wichtiger Bestandteil der Arbeit. "Aber vor allem durften sie ihrer Fantasie freien Lauf lassen und das auf beeindruckende Weise", so Hillebrand.
Immerhin so beeindruckend, dass auch Chantal Faust, die gerade ganz junge Künstler fördern und unterstützen möchte, ihre Räume für die Werke bis zum 24. März zur Verfügung stellt. jo
Eröffnung ist am Sonntag, 3. März, um 11 Uhr. Öffnungszeiten der Galerie sind Donnerstag, Freitag, Sonntag jeweils 10 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr.