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Multiple Sklerose Die Multiple Sklerose ist in Mitteleuropa die häufigste autoimmun-entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems. Erste Symptome treten meist zwischen dem 15. und 40. Lebensjahr auf; häufig bleiben sie unentdeckt.

Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer. Schätzungen ergeben für Deutschland etwa 100 000 Betroffene. Die Krankheit zeichnet sich durch zwei wesentliche Merkmale aus. Zum einen treten in Gehirn und Rückenmark Entzündungen auf, die durch den Angriff körpereigener Abwehrzellen auf Bestandteile der Nerven verursacht werden. Außerdem kommt es zu einer zellulären Schädigung der Axone. Dadurch vermindert sich die Leitfähigkeit der Nervenbahnen, wodurch die typischen Symptome auftreten: Kribbeln, Spastiken, Lähmungen, schnelle Ermüdbarkeit, Sehstörungen. MS ist nicht ansteckend. Neue Forschungen zeigen: Hat man mehr als fünf Jahre Kontakt mit Geschwistern, reduziert sich das Risiko, an MS zu erkranken, um circa 90 Prozent. Wissenschaftler erklären sich diese Tatsache mit der gegenseitigen Ansteckung von Geschwistern mit Infektionskrankheiten, was generell vor Autoimmunkrankheiten schützt. (peg)