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Fackelschwimmen in Bernkastel-Kues zum Weihnachtsmarkt

Sportliche Show im Advent : Beim Fackelschwimmen begleiten den Nikolaus gut gelaunte Menschen in Neoprenanzügen

Die Fackelschwimmerinnen und -schwimmer in der kalten Mosel sind am Samstag ein Publikumsmagnet beim Weihnachtsmarkt in Bernkastel-Kues gewesen. Tausende Gäste schauten ihnen zu.

Es ist kalt, jedoch trocken bei Werten knapp über dem Gefrierpunkt. Eine leichte Brise verströmt den unverkennbaren Duft von Glühwein in der bereits einsetzenden Dunkelheit. Ringsherum sorgen leuchtende Weihnachts­sterne für Advents­stimmung. An diesem Samstag­abend drängen sich mehrere Tausend Menschen dicht an dicht auf der Brücke, am Gestade und entlang des Mosel­ufers in Bernkastel-Kues. Sie wollen sich das jährlich stattfindende Spektakel nicht entgehen lassen. Alle warten auf die Fackelschwimmer, die den Nikolaus auf seinem Weg zum Brückenkopf in Bernkastel begleiten. In einem kleinen Ruderboot nimmt er auf der Mosel Kurs Richtung Gestade, wo ihn die Kinder bereits mit strahlenden Augen erwarten.

Schon am frühen Nachmittag begannen die Vorbereitungen der rund 120 Taucher. Aus ganz Deutschland und sogar Frankreich waren erfahrene Sport­taucher nach Bernkastel-Kues angereist, viele Teilnehmer kamen auch aus der Region. Gegen 16 Uhr hieß es, hinein in die schützenden Neoprenanzüge und auf zum Bus, der sie zum Campingplatz am Bernkastel-Kueser Hafen brachte. Hier ging es dann gegen 17 Uhr los. Boote der Feuerwehr und der Wasserschutz­polizei begleiteten die Fackel­schwimmer in sicherem Abstand.

In den Fluten der acht Grad kalten Mosel waren dann gegen 17.30 Uhr schon die ersten Taucher mit ihren roten Zipfelmützen und brennenden Fackeln von Weitem zu erkennen. Anderthalb Kilometer mussten sie sich durch das kalte Wasser kämpfen. Für die Strecke vom Kueser zum Bernkasteler Fluss­ufer brauchten sie dieses Mal etwa 45 Minuten. Es gab schon Jahre, in denen die Strecke schneller bewältigt wurde, was jedoch von der Strömungs­geschwindigkeit der Mosel abhängt.

Aus der Ferne waren zunächst nur blitzende Lichter auf der Mosel zu erkennen, die sich wie ein langer leuchtender Lindwurm dem Brückenkopf langsam näherten. Nach und nach entstiegen sie unter großem Beifall und Medien­interesse dem Wasser, viele Kameras blitzen auf, um vor Ort zu berichten.

Hier warteten bereits heißer Glühwein und Würstchen auf die sehr gut gelaunten Kaltwasser­taucher, die sich anschließend unter die zahlreichen Besucher des Bernkasteler Weihnachtsmarkts mischten. Der Nikolaus verteilte schokoladige Geschenke an die sehnsüchtig wartenden Kinder.

Viele der Taucher waren schon oft bei diesem Spektakel dabei, einige bereits mehr als 20-mal. Christian und Patrick aus Traben-Trarbach starteten zuletzt vor zehn Jahren und nun wieder. „Es hat viel Spaß gemacht, obschon es am Anfang schon kalt war, weil wir ja noch etwas warten mussten, bis wir ins Wasser kamen“, berichten die beiden. „Wenn der Anzug sich dann ein wenig mit Wasser füllt, erwärmt er sich, und es wird angenehmer. Im Wasser ist es wärmer als draußen.“ Sie wollen im kommenden Jahr auf jeden Fall wieder dabei sein.

Oliver aus Saarbrücken wurde mit seiner elfköpfigen Gruppe nicht kalt. Er trug einen Trocken­tauch­anzug, der mittels Dichtungen und Reißverschlüssen das Wasser komplett draußen und damit die Kälte abhält.

Lisa aus Bernkastel-Kues war zum ersten Mal dabei: „Ich fand es mega schön. Von der Organisation her hat alles super geklappt. Die Leute waren alle gut drauf und hatten eine tolle Stimmung“, sagt sie.