Fader Nachgeschmack

Der Stadtrat hat getan, was er tun musste, um nicht sein Gesicht zu verlieren. Im Nachhinein einer Pension eine offizielle Daseinsberechtigung zu geben, die unter Vorspiegelung falscher Tatsachen entstanden ist, wäre ein Hohn gegenüber den rechtschaffenen Menschen, von denen es ja auch noch einige geben soll.

Doch was wird nun passieren? Wahrscheinlich wird der Besitzer der Pension den Klageweg beschreiten. Bereits 1997 hieß es, der Bebauungsplan sei schon verwässert. In Sachen Rechtssicherheit hat sich seither aber nichts getan. Rechtssicherheit wird nur entstehen, wenn die Kreisverwaltung, der die Bauaufsicht obliegt, tätig wird. Sie tut das aber nur, wenn der Stadtrat sie zu Hilfe ruft. Zu diesem Hilferuf rang sich das Gremium aber weder 1997 noch am Montag durch. Es könnte ja in ein Wespennest stechen! Und eine Überplanung des Gebietes, die dann erfolgen müsste, würde viel Geld kosten. Der Ist-Zustand behält aber einen mehr als faden Nachgeschmack. Unterbleibt eine grundsätzliche Aufarbeitung der Thematik, wird sich der Stadtrat immer wieder mit solchen Anträgen beschäftigen müssen. c.beckmann@volksfreund.de