Faire Diskussion

PIESPORT. Alles sollte auf den Tisch beim Gespräch zwischen Anwohnern und den Vertretern der Kiesabbaufirmen: Ärger über verdreckte Straßen und Häuser, Staub, illegale Müllablagerung und fehlende Sicherheit. Dennoch verlief die Runde im Bürgerhaus weitgehend friedlich.

"Wir suchen eine einvernehmliche Lösung und wollen eine faire Diskussion", mahnte Ortsbürgermeister Edgar Breit zu Beginn der Gesprächsrunde im Bürgerhaus, wo sich Vertreter der Kies abbauenden Firmen und Bürger gegenüber saßen. Weil die LKW der Kiesabbauer Staub und Dreck produzieren, muss Christine Junk häufiger putzen - und nicht nur sie. Auch Wolfgang Junk hat den Giebel seines Hauses streichen müssen und hofft, dass er jetzt sauber bleibt. "Das Problem lässt sich lösen, wenn man die Ausfahrt der LKW von den Häusern weg auf die L 157 verlegt", schlug Christine Junk vor. Für eine Geschwindigkeitsbeschränkung sprach sich Désireé Hermes-Simon aus. Auch die illegalen Müllablagerungen in den Gruben wurde angesprochen, die nicht allein von Piesportern stammen, wie Breit weiß. Die Bürger, die solche Ablagerungen beobachten, sollen sich auch trauen, Namen oder Autokennzeichen bekannt zu geben, betonte der Ortsbürgermeister. Sonst sei jeder Hinweis sinnlos. Wolfgang Arens erinnerte an die unternehmerische Sorgfaltspflicht, was die Abböschung und das nicht abgesperrte Gelände angeht. Es fehlten Warnhinweise für Kinder und Wanderer, sagte auch Dr. Edward Guerein. Die Kiesabbauer sollten die Straßen häufiger reinigen. Auch die Verfüllung der Gruben wurde angesprochen. "Man muss doch die wirtschaftliche Situation sehen, wenn die Leute mehr Geld hätten, würde mehr gebaut und wir hätten Aushub zum Verfüllen", gab Unternehmer Harald Wey zu bedenken. Und: "Durch ständige Auflagen werden uns die Daumenschrauben angelegt." "Wir sind nicht die schwarzen Schafe, die Gemeinde hat auch Vorteile", ereiferte sich Klaus Meter. Die Gemeinde sei froh über den Kiesabbau, aber die Interessen der Anwohner müssen auch berücksichtigt werden, so Breit.Rebflächen müssen gerodet werden

Breit machte den Unternehmern zur Auflage, dass die Kiesabbauer ihre aufgekauften Weinbergsflächen auch roden sollen, damit sich keine Krankheiten ausbreiten würden. "Wir haben gerodet", betonte Harald Wey. Schließlich fasste der Ortsbürgermeister am Ende der Versammlung die einzelnen Punkte zusammen: Die Ausfahrt im oberen Bereich wird auf die L 157 in Richtung Horath verlegt und eine Geschwindigkeitsbeschränkung wird beantragt. Die Abbauer sollen die Straße einmal wöchentlich reinigen und wer die Weinbergsflächen noch nicht gerodet hat, soll das nachholen. Der Ausoniuswanderweg wird von dem Abbaugebiet weg verlegt, und die LKW sollen künftig hinter dem Römerhof Richtung Dhron rausfahren und nicht mehr an dem Abfüllbetrieb vorbei.