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Fall geklärt? Polizei findet Knochen

Fall geklärt? Polizei findet Knochen

Klärt sich das Schicksal eines seit 1999 vermissten 20-Jährigen aus der Eifel? Starb er da, wo jetzt ein 18-Jähriger sein Leben verlor? Nahe Osann-Monzel wurden nach einem tödlichen Unfall Spuren gefunden, die darauf hindeuten.

 Mit einem Großaufgebot sucht die Polizei nach weiteren Überresten.
Mit einem Großaufgebot sucht die Polizei nach weiteren Überresten. Foto: Christina Bents (chb) ("TV-Upload Bents"

Klausen/Osann-Monzel. Eine Polizeiwagenkolonne hält am Standstreifen der L 47 nahe Osann-Monzel. Gegenüber stehen Warnbaken vor einer eingedrückten Leitplanke: An dieser Stelle ist ein 18-Jähriger vor zwölf Tagen tödlich verunglückt. Ein Gedenkaltärchen mit Kerzen und Blumen erinnert an den furchtbaren Unfall.
Womöglich ist dort schon vor langer Zeit ein anderes Unglück geschehen. Um das zu klären, sind 74 Polizisten mit Schaufeln und Leichenspürhunden ausgerückt. Ihr Ziel: Weitere Spuren finden, die womöglich helfen, einen seit 16 Jahren ungelösten Vermisstenfall zu klären.
Vor den Polizeisuchtrupps haben nämlich Angehörige des tödlich Verunglückten nahe dem Unfallort eine Geldbörse mit Führerschein und Ausweis und einen vermutlich menschlichen Knochen gefunden. Die Papiere gehören einem seit Februar 1999 vermissten Mann aus der Vulkaneifel. Der 20-Jährige hatte damals laut Kripo mit seinem Wagen einen Unfall an anderer Stelle: An der B 50 zwischen Wittlich und Wengerohr sei er in die Leitplanken geraten. Er war allein unterwegs und verließ seinen Wagen mit unbekanntem Ziel. Einen Tag nach seinem Autounfall rief er Angehörige von Kesten aus an. Von Kesten nach Osann-Monzel ist es nicht weit. Das Telefonat ist das letzte Lebenszeichen des Mannes, der Suizidgedanken geäußert haben soll. Damals habe es jedoch keinen Abschiedsbrief oder Vergleichbares gegeben.
Bereits vor dem gestrigen Großeinsatz hat die Polizei weitere Knochen, eine Armbanduhr und Überreste von Kleidung gefunden. Peter Hundeck, Pressesprecher der Kriminalinspektion Wittlich, sagt: "Nach allem, was wir bis jetzt wissen, deuten die Umstände darauf hin, dass es sich um den Vermissten handelt."
Absolute Gewissheit gibt es für die Angehörigen noch nicht. Kriminalhauptkommissar Roland Kirch sagt: "Ein DNA-Abgleich in der Rechtsmedizin in Mainz muss abgewartet werden." Auch ist die Todesursache unklar. Deshalb wird in dem 250 mal 400 Meter großen Suchfeld gegraben, um ein Kapitalverbrechen ausschließen zu können. Ein Indiz wäre der Fund einer Tatwaffe. Dazu kommt es nicht. Es werden aber Becken- und Unterkieferteile und weitere Knochen gefunden. Indizien für Gewalteinwirkungen gibt es laut Peter Hundeck nicht. Die DNA-Analyse könne vier bis sechs Wochen dauern.
volksfreund.de/fotos