Falschgeld-Alarm vor dem Straßenfest in Zeltingen

Falschgeld-Alarm vor dem Straßenfest in Zeltingen

In Zeltingen (Kreis Bernkastel-Wittlich) ist an diesem Wochenende Straßenfest. Winzer und Gastronomen dort werden besonders aufmerksam sein, denn am Freitag ist in dem Ort ein gefälschter 100-Euro-Schein aus dem Verkehr gezogen worden.

Markus Reis traute seinen Augen nicht. Als der Inhaber des Hotels Zeltinger Hof Bargeld bei der örtlichen VR-Bank einzahlen wollte, entdeckte ein Mitarbeiter der Bankfiliale einen 100-Euro-Schein, der sich bei genauer Betrachtung als Falschgeld herausstellte.

"Wenn man den falschen und einen richtigen Schein in der Hand hält und vergleicht, muss man zehnmal schauen, um die Fälschung zu entdecken", sagt Reis, der am Mittag auf seiner Facebookseite ein entsprechendes Bild veröffentlichte. "Das war als Warnung für meine Kolleginnen und Kollegen gedacht, besonders wachsam zu sein."

In Zeltingen ist am Wochenende Straßenfest. Tausende Besucher werden bei dem angekündigten Prachtwetter in dem Moselort erwartet. Die genaue Überprüfung von größeren Geldscheinen, wie sie an Kassen von Warenhäusern üblich ist, wird es dort aber voraussichtlich trotz des alarmierenden Fundes nicht geben. "Wenn wir das bei jedem Schein machen, würden unsere Gäste denken, wir misstrauen ihnen", sagt der Chef des in diesem Jahr mit dem Prädikat Gastgeber des Jahres Rheinland-Pfalz ausgezeichneten 35-Zimmer-Hotels.

Bei der Zeltinger VR-Bank wollte sich am Freitag niemand zu der Sache äußern. Man habe ordnungsgemäß Anzeige erstattet. Das bestätigte die Polizei in Bernkastel-Kues. Der damit befasste Beamte der Kriminalpolizei war nicht mehr zu erreichen.

Nach Angaben der Polizei hat die deutsche Bundesbank im ersten Halbjahr 2016 insgesamt 45?700 falsche Euro-Banknoten im Wert von 2,3 Millionen Euro aus dem Verkehr gezogen. Die Zahl der Fälschungen sei damit gegenüber dem zweiten Halbjahr 2015 geringfügig um 1,7 Prozent gestiegen. Wie viel Falschgeld in der Region Trier sichergestellt wurde, war am Freitag nicht zu erfahren.

Extra: Tipps, um Falschgeld zu erkennen

Stichtiefdruck: Die Abkürzungen der Europäischen Zentralbank, die Wertzahl und die Abbildungen der Fenster bzw. Tore heben sich deutlich fühlbar von der Oberfläche ab.

Sicherheitsfaden: Die Banknoten verfügen über einen Sicherheitsfaden, der im Gegenlicht sichtbar ist.
Wasserzeichen: Wird die Banknote im Gegenlicht betrachtet, so erscheinen das Architekturmotiv und die Wertzahl als Wasserzeichen im druckbildfreien Teil.

Durchsichtsregister: Beim Durchsichtsregister handelt es sich um ein Merkmal in der linken oberen Ecke auf der Vorderseite der Banknote. Unregelmäßige Zeichen, die auf die Vorder- und die Rückseite gedruckt sind, bilden im Gegenlicht die vollständige Wertzahl.

UV-Eigenschaften: Im Papier der Noten befinden sich Fasern, die unter UV-Licht in den Farben rot, grün und blau hell leuchten. Die Europaflagge fluoresziert in zwei Farben auf der Notenvorderseite. Alle weiteren fluoreszierenden Bildteile der Notenvorderseite sind von Stückelung zu Stückelung unterschiedlich und ergeben sich aus dem Design bzw. der Druckfarbenwahl. Auf der Rückseite fluoreszieren die Europakarte, die Brücke und der Notenwert gelb.

Mikroschrift: An einigen Stellen auf der Vorder- und Rückseite der Banknote sind winzige, nur mithilfe einer Lupe erkennbare Schriftzeichen aufgebracht. Selbst der kleinste Aufdruck auf einer echten Banknote sollte gestochen scharf und nicht verschwommen sein.

Weitere Infos zu Falschgeld unter www.polizei-beratung.de

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