Falschparker in der Wittlicher Neustraße: Zur Not wird abgeschleppt

Falschparker in der Wittlicher Neustraße: Zur Not wird abgeschleppt

Hinsehen hilft: Wer in der Wittlicher Neustraße nach einem Parkplatz sucht, erkennt ihn gut an den Markierungen auf dem Boden. Das kümmert aber nicht jeden. Die Falschparker nerven die Anwohner. Die Stadtverwaltung kündigt verstärkte Kontrollen an.

Wittlich. Wo kein Kläger, … da passiert auch nichts, wenn man macht, was man will. Das denken offensichtlich einige Autofahrer, die in Wittlichs Neustraße, zentrale Zufahrt direkt in die Altstadt, parken, wo es ihnen gefällt. Außerhalb der Kontrollzeiten des Ordnungsamtes, etwa abends oder am Wochenende, bleibt man dabei oft ungestört, weil etwa die Politessen Feierabend haben.
Es gibt Menschen, die nervt das mittlerweile. "Uns hat man angesprochen wegen der Parksituation in der Neustraße. Da stehen viele auf nicht gekennzeichneten Flächen, und in der Regel tut keiner was dagegen." Was Thomas Losen, FDP-Stadtrat, jetzt offiziell bei der Verwaltung moniert hat, ist dort keine Neuigkeit mehr. "Das ist uns bekannt. Uns werden immer wieder Fotos zugeschickt. Ich bin Ihrer Meinung: Das kann nicht sein", reagiert Bürgermeister Joachim Rodenkirch und: "Das Ordnungsamt ist da hinterher."
Nach einer ersten Verwarnungsbilanz für dieses Jahr gefragt, antwortet Jan Mußweiler, Pressesprecher der Stadtverwaltung: "In der Zeit vom 1. Januar bis 21. April wurden 226 Verwarnungen mit einem Verwarnungsgeldaufkommen in Höhe von 2480 Euro ausgesprochen." Und weiter: "Ja, es wurden auch bereits Fahrzeuge abgeschleppt, beispielsweise bei konkreten Behinderungen wie beim Monatsmarkt."
Zwölf Parkplätze und der Behindertenparkplatz reichen offensichtlich einigen nicht aus. Jan Mußweiler macht generell deutlich: "Die Neustraße ist ein verkehrsberuhigter Bereich. Deswegen darf dort nur innerhalb der markierten Flächen geparkt werden. Problematisch ist deswegen das Parken außerhalb der Markierungen. Vor allem werden Anwohner gestört, wenn die Ausfahrt aus der Tiefgarage im unteren Teil der Neustraße erschwert oder verhindert wird." Er bestätigt die Aussage des Bürgermeisters: "Der Verwaltung liegen Beschwerden von verschiedenen Personen über das Parken außerhalb der Markierungen vor."
Es gibt aber auch "Schlaumeier" die Plätze blockieren, indem sie sich Gratis-Tickets in Folge ziehen. "Diese Unsitte ist ein Ärgernis und in der Tat festzustellen, insbesondere bei ansässigen Geschäftsinhabern und deren Mitarbeitern", so der Pressesprecher.
Jetzt soll der Druck auf Falschparker erhöht werden. Die Stadtverwaltung kündigt "verstärkte Kontrollen in den Abendstunden und am Wochenende" an. Das freut nicht jeden. Denn auch das kurze Überziehen der Parkdauer auf den regulären Plätzen wird direkt bestraft. So regt sich ein älterer Wittlicher auf, der für acht Minuten Überziehung, weil er beim Arzt war, zehn Euro zahlen soll: "Da ich erheblich gehbehindert bin, habe ich permanent Probleme, den zielnahen Parkplatz zu finden. Wenn ich derart bedacht werde, ist die Freude groß. Die Einkäufe in der Innenstadt habe ich schon erheblich eingeschränkt."Extra

Wie an anderen städtischen Parkplätzen, außer dem am Rommelsbach/Zentrum, gibt es in der Neustraße für Kurzparker ein Gratisticket. Zur Nutzung sagt die Parkraumanalyse laut Pressesprecher Jan Mußweiler: "Auf den anderen bewirtschafteten Parkplätzen beträgt die durchschnittliche Quote der Gratistickets 69 Prozent. In der Neustraße sind im Tagesdurchschnitt die Parkplätze zu 60 Prozent ausgelastet, die höchste Auslastung ergibt sich zwischen 11 und 12 Uhr, mit durchschnittlich 85 Prozent." Und wie langsam beziehungsweise schnell wird in der Einbahnstraße gefahren? Jan Mußweiler: "Die zuletzt Anfang April ermittelte Durchschnittsgeschwindigkeit in der Neustraße betrug 17 Stundenkilometer. Erlaubt ist Schrittgeschwindigkeit, das sind sieben bis zehn Stundenkilometer." sos

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