Familien wünschen mehr Beratung

Die Kreisverwaltung hat im Auftrag des Jugendhilfeausschusses eine Familienumfrage gemacht. Über 400 Familien wurden befragt. Besonders Erziehungsberatung ist gefragt, nach Möglichkeit wohnortnah.

Bernkastel-Wittlich. Der Jugendhilfeausschuss des Kreises hatte vor über einem Jahr ein sogenanntes Eckpunktepapier entwickelt. Das Thema: "Weiterentwicklung der Familienbildung im Landkreis Bernkastel-Wittlich". Unter anderem geht es darum, wie das Bildungsangebot für Familien in Zukunft ausgerichtet sein soll.

Bedarf ermitteln: Um den Bedarf zu ermitteln, beauftragte der Ausschuss die Kreisverwaltung, eine Umfrage zu erheben. Deren Ergebnisse wurden in der Sitzung am Donnerstagnachmittag in Wittlich vorgestellt. 412 Familien beteiligten sich. Unter anderem ging es um die Fragen "Welche Themen sind für Ihre Familie wichtig?", "Wie möchten Sie über Familien-Themen informiert werden?" und wo Familienangebote stattfinden sollen. Die Erhebung wurde mit eigenen Ressourcen des Kreises erarbeitet.

Befragung in Kitas und Gesundheitsamt: Die Familien wurden in mehreren Kitas des Landkreises und im Gesundheitsamt bei der Schuleingangsuntersuchung befragt. Den 412 Familien waren insgesamt 807 Kinder zugehörig - das sind durchschnittlich 1,96 Kinder pro Familie, so die Studie. Allerdings entsprach der Rücklauf nicht den Erwartungen: "Wir haben die Fragebögen an 78 Kitas verschickt und nur ein knappes Drittel zurückbekommen", stellte Landrat Gregor Eibes fest.

Die Interessen: Familien wollen vor allem Informationen zu den Themen Erziehung, Gesundheit und Soziales, so die Studie. Pro Kategorie konnten in dem Fragebogen drei Angaben gemacht werden. Der Bereich Erziehung und Beziehungskompetenzen wurde dabei 406 Mal genannt. Gesundheit (Ernährung, gesundes Essen, Vorsorge) wurde 186 Mal genannt und das Thema Soziales (Zusammenleben, Konfliktbewältigung) 126 Mal. Wenig Interesse bestand an Themen wie Inklusion (die Eingliederung von benachteiligten Kindern, zwei Nennungen), Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (2) oder das Interesse an einem Pflegekind (1).

Wie informiert werden soll: Für die Verfasser der Umfrage war es erstaunlich, dass Familien Informationen über Bildungsangebote des Kreises zunächst schriftlich erhalten wollen. Printmedien (Tageszeitung, Broschüren) erhielten 200 Nennungen, Online-Medien (Internet, E-Mails) 83 Nennungen.

Wo informiert werden soll: Die Mehrheit der Familien wünscht sich Bildungsangebote wohnortnah, zum Beispiel in der Kita oder in der Schule im Ort. Bildungsangebote in der Volkshochschule oder im Jugendamt wurden hingegen weniger gefordert. Wie Pressesprecher Manuel Follmann von der Kreisverwaltung mitteilt, sollen die Umfrageergebnisse dazu dienen, auch bestehende Angebote weiterzuentwickeln. Zukünftig sollen Familienangebote mit niedrigschwelligem Zugang ermöglicht werden. Dazu zählen beispielsweise Sprechstunden der Beratungsstellen in Kitas oder Elterncafés.Extra

Der Ausschuss empfahl dem Kreisausschuss die Förderung des Neubaus der Duschanlagen am Sportplatz Bischofsdhron mit einen Kreiszuschuss in Höhe von 11 410 Euro. Den Jugendzentren im Landkreis werden Kreiszuschüsse zur Verfügung gestellt. Das Haus der Jugend in Wittlich erhält 20 151 Euro, das Jugendkulturzentrum Bernkastel-Kues 7273 Euro und 6058 Euro gehen an den Jugendraum Wittlich-Bombogen. hpl