Familiendrama in Wengerohr: Zeugen sagen vor Gericht aus

Familiendrama in Wengerohr: Zeugen sagen vor Gericht aus

Mit der Vernehmung zahlreicher Zeugen ist am Montag der Prozess gegen einen 28-Jährigen aus Wittlich vor dem Landgericht Trier fortgesetzt worden. Der Angeklagte soll Anfang März seine Frau lebensgefährlich verletzt und anschließend versucht haben, sich selbst umzubringen.

Die Zeugen, die am zweiten Verhandlungstag vor der ersten Großen Strafkammer des Landgerichts Trier am Montag ausgesagt haben, fügten einige Details zu den Ereignissen hinzu, die sich am 5. März in Wengerohr und auf der Autobahn in Richtung Saarbrücken abgespielt haben sollen. An jenem Abend soll ein 28-Jähriger seine damalige Frau lebensgefährlich verletzt haben. Anschließend soll er versucht haben, sich selbst umzubringen.
Neben den Zeugen hörte sich die Kammer sechs Notrufe an, die kurz nach der Tat bei der Polizei und der Rettungsleitstelle eingegangen sind.

Die Aussage der Polizisten: Mehrere Polizisten sagten zum Tatgeschehen am frühen Abend des 5. März aus. Einer von ihnen war nach der Tat in der Wohnung des Paares und sicherte die Spuren. Er berichtete von Blut an den Wänden. Am Tatort seien alle Beteiligten "sehr aufgeregt" gewesen. Eine Beamtin der Kripo, die in dem Fall ermittelte, hat ausgesagt, dass mehrere Zeugen ihr gegenüber von Eheproblemen zwischen dem Angeklagten und seiner heutigen Ex-Frau berichtet hätten. Zudem habe sie die Mobiltelefone der beiden ausgewertet. Unter anderem hat die Frau des Angeklagten demnach einige Tage vor der Tat ihren Mann dazu gedrängt, das Krankenhaus zu verlassen, wo er wegen schwerer Magenprobleme stationär behandelt wurde. Zudem hätten Zeugen von psychischen Problemen der Frau berichtet.

Die Notrufe: Sechs Notrufe sind kurz nach der Tat bei der Polizei und der Rettungsleitstelle eingegangen. Sie alle sind am zweiten Verhandlungstag vorgespielt worden. Zweimal hat demnach der Angeklagte den Notruf gewählt, zum ersten Mal nur wenige Minuten nach der Tat. Beim zweiten Anruf war er panisch, schrie und weinte, flehte regelrecht darum, einen Rettungswagen zu seiner Frau zu schicken. Zwei weitere Anrufe kamen von einer Nachbarin des Paares, bei der die Verletzte geklingelt hatte. Zudem riefen Familienmitglieder bei der Polizei an, bei denen sich der Angeklagte zwischenzeitlich gemeldet hatte.

Die Anklage: Die Staatsanwaltschaft Trier wirft dem Angeklagten vor, seine Partnerin Anfang März zuerst gewürgt und anschließend mit einem Brotmesser am Hals verletzt zu haben, in der Absicht, sie zu töten. Nachdem er nur wenige Minuten später für seine Frau den Notarzt gerufen und damit ihr Leben gerettet hat, soll er versucht haben, sich von einer Brücke zu stürzen und umzubringen - in dem Glauben, seine Frau getötet zu haben. Autofahrer alarmierten jedoch die Polizei und Rettungskräfte. Einem Augenzeugen gelang es, den Mann zum Umkehren zu bewegen. Die Polizei überwältigte ihn schließlich.

Die Verhandlung wird am Mittwoch, 7. September, 9 Uhr, fortgesetzt. An diesem dritten Verhandlungstag soll auch das Urteil fallen.

Mehr von Volksfreund