Familienhotel Haus Hochwald in Horath muss erneut versteigert werden

Kostenpflichtiger Inhalt: Nach Insolvenz : Noch kein Käufer in Sicht für das Haus Hochwald in Horath

Das Familienhotel Haus Hochwald in Horath muss  versteigert werden. Der Trägerverein hatte wegen Steuernachzahlungen Insolvenz angemeldet.

Noch kein Ende des Insolvenzverfahrens in Sicht: Das Amtsgericht Trier hat in dieser Woche einem Gebot für den Kauf des Familienhotels Haus Hochwald den Zuschlag nicht erteilt. Dazu hätte der Hauptgläubiger dem Gebot zustimmen müssen (der TV berichtete mehrfach). Das Gebot belief sich auf 1,4 Millionen Euro, der Wert des barrierefrei gebauten 160-Betten-Hotels, das bereits seit Oktober 2017 leersteht, wurde von einem Gutachter auf 7,9 Millionen Euro beziffert. Damit ist das Gebot vom Tisch und ein neuer Versteigerungstermin muss festgelegt werden. Nach Auskunft des Gerichts könnte der Termin bereits im Oktober diesen Jahres stattfinden.

Das Hotel oberhalb des 415 Einwohner zählenden Dorfes Horath entstand in den 1970er Jahren  als Familienhotel,  das auch Menschen mit Beeinträchtigung offenstand.  Es wurde in den vergangenen Jahren in drei Bauabschnitten weiterentwickelt, zehn Millionen Euro wurden insgesamt investiert, teilweise Fördergeld der Länder Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Dabei wurde es zu einem Vier-Sterne-Hotel mit Wellness-Landschaft und Turnhalle weiterentwickelt.  Bereits 2016 blieb es über ein halbes Jahr lang geschlossen, wurde dann im Juni wiedereröffnet und schloss erneut 2017. Mit bis zu 35 000 Übernachtungen soll es eine Auslastung von über 70 Prozent gehabt haben.   Bis zu 70 Mitarbeiter waren dort in den vergangenen Jahren beschäftigt. Der Trägerverein  Haus Hochwald   musste jedoch laut öffentlicher Bekanntmachung des Amtsgerichtes Köln „wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung“ am 1. Juni 2017 in die Insolvenz gehen.

Der damalige Vorsitzende des Vereins gab als Grund eine geänderte Gesetzeslage an. Demnach müsste der Verein gegenüber dem Finanzamt nachweisen, dass zwei Drittel der Gäste bestimmten Kriterien unterliegen, wozu zum Beispiel Schwerbehinderungen oder ein geringes Einkommen gehören. Erst dann greift für den Hotelbetrieb die Gemeinnützigkeit. Das ließe sich aber nicht nachweisen, weshalb Steuernachzahlungen von „etlichen 100 000 Euro“ im Raum stünden (der TV berichtete).

Deshalb habe der Verein die Zahlungsunfähigkeit angemeldet. Die Immobilie liegt außerhalb von Horath in einem bewaldeten Gebiet und wird von den Tourismus-Experten der Region als bedeutsam eingeschätzt.

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