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Familienzoff und brennende Bäume – Was die Polizei in der Region an Weihnachten beschäftigt

Kostenpflichtiger Inhalt: Jahresende : Familienzoff und brennende Bäume – Was die Polizei an Weihnachten beschäftigt

Froh und besinnlich sind die Feiertage nicht immer und überall. Vielerorts herrscht Ausnahmezustand – das bekommt auch die Polizei in der Eifel und an der Mosel zu spüren. Da gibt es so manche skurrile Geschichte zu erzählen.

Endlich frei. Nach Hause zur Familie fahren, gemeinsam essen, Geschenke auspacken und zusammen Zeit verbringen – für viele Menschen ist die Weihnachtszeit die schönste Zeit im Jahr. Aber das ist nicht überall so. Manchmal gibt es auch Stress, wenn Familienmitglieder so lange Zeit aufeinander hocken. Für die Polizisten in der Eifel und an der Mosel gehören Einsätze wegen Familienzoff zu Weihnachten dazu.

Das kennt auch Michael Jäckel, Führungsgruppenleiter bei der Polizeidirektion Wittlich. Nicht etwa, weil er selbst so gerne an Weihnachten streitet. Sondern es knirscht und kracht bei etlichen familiären Zusammenkünften. „Wir haben öfter Einsätze, bei denen wir Familienstreite schlichten müssen. Der Genuss von alkoholischen Getränken kann da auch schon mal eine Rolle spielen.“ Oft gebe es aber auch Notrufe wegen brennenden Weihnachtsbäumen. Dann ist die Beleuchtung in Brand geraten.

Neben diesen Einsätzen gibt es auch skurrile Geschichten, die die Polizisten aus ihrem Arbeitsalltag über die Feiertage erzählen. Zum Beispiel die von dem gestohlenen Baum aus der Bitburger Wache vor einigen Jahren. „In der Sicherheitsschleuse, also der Raum bevor man in die Wache selbst reinkommt, stand damals ein geschmückter Weihnachtsbaum. Und irgendwer ist dann wohl dort reingekommen und hat den Baum mitgenommen.“

In Irrel kam es im Jahr 2000 zu einem ungewöhnlichen Einsatz: Ein Nikolaus und ein Knecht Ruprecht machten dort verkleidet ihre Runden und besuchten die Familien mit Kindern. Nachdem sie ihre Runde absolviert hatten, begab sich Knecht Ruprecht in eine Irreler Gaststätte. Jäckel erzählt: „Am Ende war, wie so oft, zu viel Alkohol im Spiel und es kam wie es kommen musste.“

Knecht und Wirt stritten sich um die zu bezahlende Zeche. Der verkleidete Mann flüchtete auf die Toilette und kletterte aus dem Dachfenster. „Nachdem er durch das Fenster gestiegen war, stürzte er ab und konnte sich noch gerade so an der Dachrinne festhalten“, sagt Jäckel. Die Polizei bekam dann einen Anruf mit dem Hinweis auf einen schwarz gekleideten Mann, der sich an eine Dachrinne klammert.

Aber es gibt für die Polizisten über die Feiertage auch schöne Momente. Einige Menschen kommen dann extra zu den Dienststellen, um sich für die Arbeit der Beamten zu bedanken. „Geschenke dürfen wir zwar nicht annehmen, auch wenn das natürlich nett gemeint ist“, erklärt Jäckel. „Aber wenn es jetzt zum Beispiel mal ein paar Plätzchen sind, dann ist das schon in Ordnung. Wir freuen uns allein schon über die netten Worte dankbarer Bürger immer sehr.“