Farbe, Form und Linie

ÜRZIG. (red) Schon seit längerem beschäftigen sich die Kinder der vierten Grundschulklasse aus Ürzig mit den theoretischen und praktischen Fragen der Kunst. Unter dem Motto "Was sehen wir - was sehen wir nicht?

" wurden die Schüler von Klassenlehrerin Alexandra Press angeleitet, die Kunstwerke der großen Künstler und deren besondere Stilmerkmale genauer zu studieren. Angeregt durch die verschiedenen Stilrichtungen und Vorbilder, malten die jungen Künstler anschließend ihre eigenen Werke. Von dieser "sinnlichen Schule des Sehens" inspiriert, besuchten sie, zusammen mit der Vorsitzenden des Elternbeirates, Susann Hauth, und der Klassenlehrerin das Wittlicher Georg-Meistermann-Museum. Dort gab es vor den Originalen von Georg Meistermann die Möglichkeit, die eigenen praktischen und theoretischen Kenntnisse im spielerischen Dialog mit dem Kulturamtsleiter Justinus Maria Calleen zu vertiefen. Mit Hilfe der einfühlsamen Fragen von Calleen kommentierten und analysierten die Kinder sehr aufmerksam und detailfreudig das frühe Tusche-Selbstportrait von Meistermann, das "Klavierspielerinnen"-Ölbild" und die Glasfenster der vier "Apokalyptischen Reiter". Neben den verschlüsselten Inhalten wurde lebhaft und phantasiereich über die formalen Fragen der Bildgestaltung gesprochen. Dabei entdeckten die jungen Kunstforscher und Künstler, wie wichtig das Zusammenspiel von Form, Farbe und Linie für das Gelingen eines Kunstwerkes ist. Besonders begeistert waren die Schüler von der großen Aktualität der vier "Apokalyptischen Reiter", die die Aspekte von Krieg, Hunger, Leid und Tod eindrücklich thematisieren.