"Fassweinwinzer" nicht Schuld an Krise

"Fassweinwinzer" nicht Schuld an Krise

Seit einigen Jahren wird immer wieder der - mittlerweile schon diskriminierende - Begriff "Fassweinmarkt" und "Fassweinwinzer" benutzt. So auch in dem TV -Artikel. Ich denke, dass es an der Zeit ist dazu Stellung zu nehmen.

Es gibt kein Recht dazu, den "Fassweinmarkt", die "Fassweinwinzer" und damit auch die Kommissionäre und Weinkellereien als die Schuldigen oder Mitschuldigen am Niedergang der Preise für den Moselwein hin zu stellen und auf der anderen Seite die Moselland e.G. quasi als Retter zu empfehlen. Denn nur die Partner der "Fassweinwinzer", der Moselweinhandel und die Weinkommissionäre, haben den "Fassweinwinzern" über fast ein Jahrhundert den höchsten Weißweinpreis der Welt gezahlt. Und wenn der Weinpreis an der Mosel steigt, so wie in diesem Jahr, dann steigt er nur dadurch, dass der Fassweinwinzer nicht bereit ist, zu einem niedrigen Preis zu verkaufen. Verantwortlich für den Niedergang des Moselweines ist einzig und alleine der Verlust des Images des Moselweines und die nach diesem Verlust gemachten großen Fehler durch alle am Markt Beteiligten. Der im Herbst 2000 eingetretene Marktzusammenbruch und Preisverfall (trotz der Kampagne gegen den "Fassweinmarkt" und die Subventionen für den Beitritt zur Moselland e.G.) hat wieder einmal bewiesen, dass auch oder gerade durch Subventionen, die Probleme nicht zu lösen sind. Ein Problem ist nur zu lösen, wenn man es an der Wurzel anpackt: sich Gedanken über die Fehler und die daraus entstandenen Probleme macht, die richtigen Schlüsse zieht und Lösungen erarbeitet. Nur das kann der Mosel den Weg aus dem Dilemma weisen. Der TV wäre sicherlich die richtige Institution, um die Initiative für eine Veranstaltung von Wein- und Wirtschaftsfachleuten ohne die Einmischung von Politik und Funktionären zu arrangieren, die die Fehler auflisten und die Problemlösungen ausarbeiten. Eine Lösung des Moselweinproblems ist nichts Unmögliches, nicht einmal etwas Schweres. Es müssen nur die richtigen Fachleute beauftragt werden. Ein Schimpfen auf den "Fassweinmarkt" (Winzer, Kommissionäre, Kellereien) oder Subventionen werden uns nicht aus der Krise helfen. Gregor Thul, Weinkommission Edgar Thul, Wintrich